DGFP-Kongress Produktive Energie im Unternehmen freisetzen

von Redaktion LZ
Freitag, 11. Mai 2012
Wie gestaltet Ihr Unternehmen den Zugang zu Social Media während der Arbeitszeit
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Wie gestaltet Ihr Unternehmen den Zugang zu Social Media während der Arbeitszeit
Welchen Beitrag kann das Personalmanagement zur Unternehmensentwicklung leisten? Diese Frage steht im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) in Frankfurt.
Lebhaft gestaltet Keynote-Referentin Prof. Heike Bruch, Direktorin des Instituts für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen, den Auftakt zum zweitägigen HR-Event. Wie kann man Begeisterung und Energie im Unternehmen – "dieses Bauchgefühl" – messen? Also feststellen, ob alle Mitarbeiter engagiert an einem Strang ziehen oder Sand im Getriebe steckt?

Die Wissenschaftlerin hat das untersucht. "Die Energiezustände im Unternehmen sind hochgradig leistungsrelevant", warnt Bruch davor, das Thema auf die leichte Schulter zu nehmen. Sie stünden in direkter Korrelation zu Erfolg, Mitarbeiterzufriedenheit und Return on Investment. 

Führungskräfte müssen inspirieren

 
Die Rolle der Führungskräfte dürfe man dabei nicht unterschätzen. Sie müssten inspirieren, damit Energie freigesetzt wird. Jeder zweite Vorgesetzte jedoch führe nicht aktiv, sondern pflege "Laisser-faire". Das sei "die schlimmste Art von Führung".

Die Hälfte der Unternehmen sieht sie in der "Beschleunigungsfalle". Es soll zu viel und zu schnell umgesetzt werden. Die Folge: Über-, Mehrfach- und Dauerbelastung von Managern und Belegschaft. "Die Effizienz sinkt um 24, die Mitarbeiterproduktivität um 12 Prozent", zeigt Bruch die Konsequenzen auf.

Bedeutungsschub für Social Media

Social Media steht ebenfalls auf der Agenda. Das Web 2.0 hat bei Personalern einen enormen Bedeutungsschub erfahren. 2009, so Dr. Sascha Armutat von der DGFP, hielten 13 Prozent das Thema für sehr relevant, 2011 waren es schon 51 Prozent.

Die aktuelle Untersuchung des Verbands zu "Social Media am Arbeitsplatz" zeigt, dass Unternehmen den Zugang zu Facebook, Twitter und Co. sehr unterschiedlich handhaben. Die Bandbreite reicht von uneingeschränktem Zugang (28 Prozent der Befragten) bis zur totalen Sperre (9 Prozent).

Sofern nur bestimmte Mitarbeitergruppen Social Media während der Arbeitszeit nutzen dürfen (10 Prozent), sind das vorwiegend Beschäftigte aus Marketing, Vertrieb und HR. Sind nur bestimmte Kanäle erlaubt (7 Prozent), fällt die Wahl meist auf Professional Networks wie Xing und LinkedIn.

Uneinheitlicher Umgang mit Web 2.0

Social-Media-Guidelines gibt es, so ein weiteres Ergebnis, inzwischen in jedem dritten Unternehmen. Ebenso viele planen die Einführung solcher Richtlinien. Arbeitsrechtliche Maßnahmen in Zusammenhang mit Social Media hat bislang jedes zehnte Unternehmen ergriffen.

Meist ging es dabei um unzulässige Äußerungen von Mitarbeitern oder eine übermäßige private Nutzung im Job. Die DGFP empfiehlt, für jeden Mitarbeiter klar definierte Nutzungsregelungen im Arbeitsvertrag zu verankern.

DGFP empfiehlt klare Nutzungsregelung

Prof. Dr. Armin Trost von der Hochschule Furtwangen erklärt, wie Social Media sinnvoll im Recruiting eingesetzt wird: "Es hängt von den Zielen und Zielgruppen ab, welche Plattform die richtige ist."

Demnach tauge Youtube fürs Employer Branding, Facebook für Karriereinfos und aktiven Dialog, Xing wiederum für Job-Postings und Talentsuche. Ganz wichtig, so der Wissenschaftler: "Bleiben Sie authentisch." (sb/cd)

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