Logistik Stellenbesetzung wird Kraftakt

von Christiane Düthmann
Freitag, 01. Juni 2012
Fehlende Fachkräfte in der Logistik
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Fehlende Fachkräfte in der Logistik
Der Fachkräftemangel ist für viele Arbeitgeber der Logistik bereits ein zentrales Thema. Denn die Nachfrage nach qualifiziertem Personal steigt. Vor allem IT-Fachleute, Ingenieure und Betriebswirte fehlen, zeigt eine Analyse der BVL.
Rund 2,8 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland in der Logistik. Im Laufe dieses Jahres wollen die Arbeitgeber der Branche weitere 50000 Stellen schaffen. Dies ist ein Ergebnis einer Umfrage der Bundesvereinigung Logistik (BVL) zum Thema "Arbeitgeber Logistik", an der sich 207 Unternehmen mit Tätigkeitsschwerpunkten im Bereich Supply Chain Management und Logistik beteiligten.

Neun von zehn sehen die Branche im Wachstum. So verwundert es nicht, dass 51 Prozent der Befragten zu Protokoll geben, in diesem Jahr Personal einstellen zu wollen. Lediglich fünf Prozent prognostizieren einen Rückgang der Beschäftigtenzahl. Bei etwas mehr als einem Drittel wird der Personalstand unverändert bleiben.

Bewerbungen gehen drastisch zurück

 
Mehr als die Hälfte der Befragten hat Probleme bei der Besetzung von Vakanzen. Noch vor wenigen Jahren, so die BVL, hätten Unternehmen auf Stellenausschreibungen 100 bis 150 Bewerbungen erhalten. Heute gingen zum Teil weniger als zehn ein, selbst für Positionen des unteren bis mittleren Managements.

Sorgen um den Verlust leistungsstarker Mitarbeiter
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In 57 Prozent der Unternehmen fehlen heute schon IT-Fachleute, Ingenieure und Betriebswirte. Auch nicht-akademisch ausgebildete Fachkräfte sind gefragt. 17 Prozent der Studienteilnehmer sind auf der Suche nach Experten mit kaufmännischer Ausbildung, elf Prozent benötigen Unterstützung in der physischen Logistik. Und ein Drittel der Unternehmen macht sich "sehr große Sorgen", leistungsstarke Mitarbeiter zu verlieren.

Angst vor Abwanderung guter Leute

Vor diesem Hintergrund ist die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber entscheidend. 72 Prozent meinen, mit ihrem guten Ruf punkten zu können. 64 zählen auf den Faktor Arbeitsplatzsicherheit. Sechs von zehn werfen "eigenständige und verantwortungsvolle Tätigkeiten" in die Waagschale.

Geplante Personalveränderungen
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Je 36 Prozent pochen auf ihr Ausbildungssystem und ihre Verdienstmöglichkeiten, gefolgt von "individuellen Karrierechancen" (33 Prozent). Schlusslicht ist eine ausgewogene Work-Life-Balance, die nur jeder fünfte Befragte für sich in Anspruch nimmt.

Unterstützung bei der Aus- und Weiterbildung ist mit 70 Prozent das beliebteste Mittel bei den Arbeitgebern, um Mitarbeiter anzuziehen und im Unternehmen zu halten. 61 Prozent machen sich für flexible Arbeitszeitmodelle stark. (cd)

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