Bewerber Viele Bewerber vermissen Feedback

von Redaktion LZ
Freitag, 11. Januar 2013
Kriterien beim Kontakt mit dem einstellenden Unternehmen
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Kriterien beim Kontakt mit dem einstellenden Unternehmen
LZnet. Im Bewerbungsprozess kann sich ein Unternehmen von der besten Seite zeigen – oder in den Augen der Kandidaten Renommee einbüßen. Auch bei den Personalberatern trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Eine Studie von Kliemt Executive Search geht den Zusammenhängen auf den Grund.
"Wir wollen quantifizieren, wie gut oder schlecht sich berufserfahrene Kandidaten im Bewerbungsprozess aufgehoben fühlen", beschreibt Christopher Kliemt den Studienansatz. Er ist Inhaber der gleichnamigen Personalberatung, die auf die FMCG-Branche spezialisiert ist.

Zielgruppe der Online-Befragung waren Personen, die sich in den vergangenen 24 Monaten bei einem Unternehmen beworben haben und/oder Kontakt zu einer Personalberatung hatten. Drei Viertel der Antwortenden waren Männer, 60 Prozent sind zwischen 40 und 49 Jahre alt, mehr als die Hälfte verdient mehr als 100.000 Euro im Jahr, drei von vier arbeiten in Marketing und Vertrieb.

Einfluss der Berater
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Das einstellende Unternehmen als Ganzes wird im Durchschnitt auf einer Skala von 1 (trifft voll zu) bis 7 (trifft überhaupt nicht zu) mit 2,56 bewertet. "Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bewerber ein Jobangebot bekamen oder nicht", sagt Kliemt.

Noch Spielraum fürs Arbeitgeberimage

Den besten Wert erzielt die Aussage "Das Unternehmen ist ein attraktiver Arbeitgeber" mit 2,19. Gleichwohl sieht der Studienautor für das Employer Branding noch Spielraum. Denn das Statement "Das Unternehmen hat einen guten Ruf bei den Bewerbern" erntet mit 2,86 deutlich geingere Zustimmung.

Beim Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern liegen den Bewerbern laut Kliemt vor allem "weiche Faktoren" am Herzen, die auf "eine Wertschätzung ihrer Person" schließen lassen. Beim "generellen Umgang" können die Arbeitgeber punkten. Wunsch und Wirklichkeit liegen nahe beieinander. Anders sieht es bei den Faktoren "Offenheit" und "Feedback" aus.

Hier haben die Unternehmen offensichtlich Nachholbedarf. "Feedback ist den Kandidaten besonders wichtig", weiß Kliemt. Doch ein Viertel der Befragten habe "keinerlei Rückmeldung" auf ihr erstes Gespräch erhalten – weder vom Unternehmen noch vom Personalberater.

Jeder Vierte bekam keine Rückmeldung

Von den Teilnehmern, die im Zuge ihrer Bewerbung kein Angebot erhielten, würden 42 Prozent in absehbarer Zeit keine Gespräche mehr mit dem fraglichen Unternehmen führen; 6 Prozent nur mit anderen Ansprechpartnern. Wenig verwunderlich, dass diese Aussagen mit besonders schlechten Feedback-Noten für die Arbeitgeber korrelieren.

In der Zusammenarbeit mit Personalberatungen weisen die Kandidaten ähnliche Prioritäten auf wie im Umgang mit den einstellenden Unternehmen. Gefragt ist vor allem Aufrichtigkeit in der Kommunikation. Drei Viertel der Befragten würden mit der fraglichen Personalberatung "gern" oder "sehr gern" wieder zusammenarbeiten, 10,6 Prozent nur "ungern" oder "auf gar keinen Fall".

Mehrfachansprache führt zu Irritationen

Dabei wurde die große Mehrheit (80 Prozent) nur von einer Personalberatung angesprochen. 6 Prozent wurden zwar mehrfach kontaktiert, "hatten aber das Gefühl, dass nicht parallel gesucht wurde, sondern möglicherweise das Mandat nach einiger Zeit einer anderen Beratung übertragen wurde", wie Kliemt erläutert. 11,6 Prozent allerdings wurden mehrfach angesprochen und sind der Meinung, "dass die Beratungen parallel arbeiteten oder gar kein Mandat hatten".

20 Prozent der Bewerber stört so etwas zwar nicht, doch immerhin die Hälfte fühlt sich dadurch "irritiert". Ein Viertel hält es für "unprofessionell" und hat deshalb "eine schlechtere Meinung vom einstellenden Unternehmen". Und 5 Prozent verloren im Zuge einer Mehrfachansprache das Interesse an der Position und sagten ab.

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