Otto "Wir probieren alles aus"

von Redaktion LZ
Freitag, 12. März 2010
Michael Picard (Foto: Fedra)
Michael Picard (Foto: Fedra)
Lebensmittel Zeitung: Twitter, Facebook, Youtube - Otto ist auf allen Kanälen präsent. Schalten Sie noch klassische Stellenanzeigen, Herr Picard?
Michael Picard: Ganz selten, in Ausnahmesituationen. Wir haben erkannt, dass es nicht hilfreich ist, unsere Vakanzen über den gesamten Markt zu streuen. Wir müssen zielgerichteter agieren. Denn ein IT-Fachmann zum Beispiel informiert sich ganz anders als ein Einkäufer.


LZ: Was bringt Ihr Web-Engagement?

Picard: Früher war es für unsere Recruiter oft schwierig, an bestimmte Kandidatengruppen, etwa aus der Informationstechnologie, treffsicher heranzukommen. Das Web hilft uns dabei, unsere Zielgruppen besser, genauer und schneller zu erreichen. Es gibt dort viel weniger Streuverluste. Deshalb sammeln wir aktuell unterschiedlichste Erfahrungen und probieren alles aus.

LZ:Wie viele Jobs vermitteln Sie über die neuen Plattformen?

Picard: Im kaufmännischen Bereich besetzten wir rund 600 Positionen pro Jahr. Etwa 15 Prozent davon haben wir im Laufe der vergangenen Monate bei Twitter gepostet und darüber Bewerbungen gerade von Menschen aus E-Commerce und IT bekommen, die uns im Moment besonders interessieren.

Bei Facebook laufen deutlich weniger Jobangebote. Unsere Mitarbeiter können, wenn sie mögen, mithilfe einer speziellen Applikation Otto-Jobs über ihre eigenen Facebook-Seiten ausschreiben. Das ist eine moderne Variante des bekannten Modells ,Mitarbeiter werben Mitarbeiter’.

Betrachtet man alle neuen Wege zusammen, können wir darüber jeden Monat etwa zehn Positionen besetzen, vom Azubi bis zum gestandenen Manager.

LZ: Wie werden die Live Talks von Otto-Mitarbeitern im Internet aufgenommen?

Picard: Mit diesen Vorträgen via Webcam treffen wir sehr genau auf die Experten, die wir suchen. Außerdem konnten wir bereits einen Imageeffekt generieren- Otto wird als modern und innovativ wahrgenommen. Eine ähnliche Wirkung haben die Video-Interviews, die wir seit längerem führen. Sie bringen Vorteile sowohl unter Zeit- und Kosten- als auch unter Qualitätsgesichtspunkten.

LZ:Auf Youtube gibt sich Otto betont locker. Gibt das der Arbeitgebermarke neue Impulse?

Picard:Durchaus. Die Zielgruppe reagiert positiv darauf, dass wir uns auch mal selbst auf die Schippe nehmen. Den Erfolg messen wir mit der sogenannten Conversion Rate. Das ist der Prozentsatz der Youtube-Nutzer, die unsere viralen Spots anschauen und von dort aus auf unsere Karriere-Site klicken: immerhin 8 bis 10 Prozent.

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