Handel Der Handel zeigt Flagge in Köln

von Redaktion LZ
Freitag, 07. Dezember 2012
Von Rewe bis Otto, von Metro bis Obi, von Aldi bis Tedi: Der Handel nutzt den diesjährigen Absolventenkongress auf dem Kölner Messegelände, um für seine Karrierechancen die Trommel zu rühren. Die Kandidaten zeigen sich interessiert und gut vorbereitet.
Besonders die Discounter nutzen die Recruitingveranstaltung auf dem Kölner Messegelände, um ihre Arbeitgeberqualitäten ins rechte Licht zu rücken. Lidl etwa ist gleich mit 40 Ansprechpartnern angereist, um jeden Gesprächswunsch der begehrten Zielgruppe erfüllen zu können.

"Wir sind sehr zufrieden", lobt Stephan Zimmermann, Geschäftsführer Lidl Vertriebsgesellschaft Alzenau, die Veranstaltung. Auch die Lidl-Ländergesellschaften Spanien und Irland werben am Stand um Bewerber.

Direkt gegenüber, am Stand von Aldi Süd, freut sich Kamila Bujko über die "hohe Frequenz" der Besucher. "Wir führen nonstop Gespräche", sagt die Leiterin Personalmarketing von Aldi Süd in Kerpen. Die Qualität der Interessenten sei gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Discounter zum Anfassen

"Die jungen Leute kommen gezielter zu uns und sind besser vorbereitet", beobachtet Bujko. Mit Netto Marken-Discount ist auch die Nummer drei im Ranking der Billiganbieter vor Ort präsent. Die Muttergesellschaft Edeka dagegen sucht man in diesem Jahr nach einer Stippvisite in 2011 vergebens.

Eine zentrale Rolle spielt wie immer das Rahmenprogramm mit Unternehmenspräsentationen und Diskussionsrunden, zum Beispiel zum Einstieg im Handel. "Die Identifikation mit Produkten und Branche ist extrem wichtig", findet Christian Müller, Personalleiter von Media-Saturn. Die Metro-Vertriebslinie sucht vor allem IT-Experten mit E-Commerce-Ambitionen, weil sie "in dieser Richtung stark unterwegs ist".

Young Professionals auf der Bühne

Simon Grossmann, Teilnehmer des Kaufland Management Traineeprogramms, berichtet aus eigener Erfahrung davon, dass man im Handel sehr schnell Verantwortung übertragen bekommt. "Wenn man frisch von der Uni kommt, ist das eine große Herausforderung.

Man wird gefordert, aber auch unterstützt", sagt er und verweist auf die bei Kaufland übliche Praxis, jedem Trainee einen Mentoren an die Seite zu stellen. Lidl-Manager Joachim Florack betont ebenfalls den "Willen, Verantwortung zu übernehmen", als Voraussetzung für die Karriere im Handel. Schließlich müssten junge Verkaufsleiter nach ihrem Traineeprogramm 70 bis 100 Mitarbeiter führen, so der Geschäftsführer der Regionalgesellschaft Herne.

Die verschiedenen Händler schicken ihre Nachwuchskräfte auf die Bühne und versuchen so, möglichst authentisch rüberzukommen. Die Youngsters beschreiben anhand ihrer Lebensläufe, wie die Karrierewege in den Unternehmen verlaufen und wie der Arbeitsalltag aussieht.

Aldi und Lidl mit Spitzengehältern

Die Discount-Platzhirsche Lidl und Aldi Süd werben überdies unisono mit Trainee-Einstiegsgehältern von 63000 Euro – und Dienstfahrzeugen zur privaten Nutzung. Was zu vernehmlichem Raunen im Auditorium führt. Gleichzeitig sind die Umworbenen auch für viel Geld nicht dazu bereit, "60 bis 70 Stunden zu arbeiten", so das Feedback der jungen Zuhörer. Florack versucht, die Gemüter zu beruhigen: Es gebe zwar bei Lidl keine 37,5-Stunden-Woche, aber "mit 50 Stunden pro Woche kommt man aus, sofern man gut organisiert und strukturiert ist".

Kaufland Personal-Geschäftsführer Andreas Gutt bringt auf den Punkt, welche Absolventen grundsätzlich in den Handel passen: "Bewerben Sie sich, wenn sie Interesse am Handel und Handeln haben – wenn Sie Probleme nicht nur erkennen und denken, sondern Lösungen umsetzen und gestalten wollen." (cd/sb)

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