Personaler sehen AGG kritisch

von Judit Hillemeyer
Freitag, 10. August 2007
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Die Personalmanager in Deutschland zeigen sich skeptisch in der Bewertung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), das seit einem Jahr wirksam ist.

Dies ergab eine Umfrage des europäischen Online-Stellenmarktes Stepstone, an der sich 831 Personalmanager beteiligten. Demnach sagen 69,4 Prozent der Befragten, dass sie das Gesetz für sinnlos halten. Nur 15,4 Prozent finden die gesetzliche Regelung sinnvoll. Außerdem behaupten 64 Prozent, dass sich ihr Arbeitsalltag durch das AGG nicht verändert habe.

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Den größten Hemmschuh im Umgang mit dem Gesetz sehen die befragten Personalmanager in der unsicheren, von der neuen Regelung geschaffenen Rechtslage. Diese Einschätzung teilen mehr als zwei Drittel (67,1 Prozent) der Teilnehmer.

Weitere Schwierigkeiten aus Sicht der Personalmanager: Die Änderungen hinsichtlich der Aufbewahrung von Bewerberdaten (35 Prozent) sowie die veränderten Regeln zur korrekten Erstellung von Stellenanzeigen (31).

"Das AGG ist ein ungeliebtes Gesetz", so Susanne Stollhoff, Group Legal Director von Stepstone. Das liege nicht nur am Inhalt der Norm, sondern auch daran, dass große Unsicherheiten im Umgang damit existieren. "Es enthält zahlreiche auslegungsbedürftige Begriffe, gleichzeitig gibt es wenige Präzedenzfälle aus der Rechtssprechung."

Am 18. August 2006 trat das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz - vormals Antidiskriminierungsgesetz - in Kraft. Ziel ist es, den Schutz von Minderheiten im Arbeitsrecht und im Privatrechtsverkehr zu verbessern. Kritiker der Regelung bemängeln auch, dass diese nur für einen genau definierten Katalog von Diskriminierungsmerkmalen gilt. (juh)

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