Absolventen für den Handel begeistern

von Silke Biester
Freitag, 08. Juni 2012
Die Uni Köln intensiviert die Zusammenarbeit mit Handel und FMCG-Industrie. Dazu wurde ein "Circle of Excellence" gegründet.
"Der Handel bietet eine Vielzahl faszinierender Tätigkeitsfelder", weiß Prof. Dr. Werner Reinartz. Der Leiter des Seminars für Handel und Kundenmanagement der Universität Köln ist zugleich überzeugt, dass die Retailer aktuell das Know-how der nachwachsenden Generation brauchen: "Durch die Digitalisierung findet ein Wandel statt, bei dem die Unternehmen auf den Input junger Talente angewiesen sind."

Zum vierten Mal hat er deshalb die Kontaktbörse "Careers in Consumer Business" in der vergangenen Woche durchgeführt, zu der sich rund 250 Studenten und 15 Unternehmen angemeldet haben.

Herausforderung Multi-Channel

Dass in manchem Unternehmen eine neue Herangehensweise gefragt ist, bestätigen auch die Referenten, die den Studenten einen lebendigen Eindruck von ihren Unternehmen vermitteln. So berichtet Folkert Schultz, Leiter Unternehmensstrategie Galeria Kaufhof, anschaulich, wie sich die Arbeitsanforderungen durch die Transformation zum Multi-Channel-Warenhaus verändern: "Der Kunde besucht uns im Laden, online oder mobil – deshalb müssen wir uns ebenfalls von der Vertriebskanal-Denke verabschieden."

Sport-Scheck-Geschäftsführer Stefan Herzog sieht als Ziel eine Cross-Channel-Strategie vor sich, bei der die Steuerung der Kanäle optimal ineinander greift. Das bedeute nicht nur eine neue Verteilung von Etats und Aufgaben, das Team müsse zudem eine gewaltige IT-Leistung und Komplexität bewältigen.

Einjähriges Talentprogramm

Um die Kontakte der Branche insbesondere zu den herausragenden Talenten zu verbessern, hat die Uni Köln jetzt den "Circle of Excellence in Marketing" ins Leben gerufen, der in Kooperation mit der Uni Münster, TU München und FU Berlin durchgeführt wird. Unternehmenspartner sind unter anderem Edeka, Obi, L’Oréal und Henkel.

Dabei handelt es sich um ein einjähriges Talentprogramm, bei dem die ausgewählten besten 10 Prozent der Studierenden an Workshops und Kaminabenden in den Unternehmen teilnehmen. Für die Auswahl zählen nicht ausschließlich die Noten: Persönliches Engagement und Praktika werden ebenso berücksichtigt. "Es ist unser Anspruch, eine solide Theorie mit der Praxis zu verknüpfen", sagt Prof. Reinartz. "Durch das neue Programm können Top-Unternehmen mit Top-Studenten auf Tuchfühlung gehen." (sb)

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