Kreative Perspektiven im Studium

von Judit Hillemeyer
Freitag, 25. September 2009
Der erste Jahrgang hat sein Betriebswirtschaftsstudium an der Kunsthochschule Alanus abgeschlossen.



Unter dem Motto "Wirtschaft neu denken" haben die ersten dreißig Absolventen ihr dreijähriges Bachelor-Studium absolviert. Den BWL-Studiengang hat die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Kooperation mit Partnerunternehmen im Oktober 2006 ins Leben gerufen. Er vereint Wirtschaftswissen mit künstlerischen und kulturellen Inhalten sowie einem hohen Praxisanteil. Zu den Partnerunternehmen aus dem Einzelhandel gehören Alnatura, dm-Drogeriemarkt, Weleda, Tegut, Globus und Rewe.

"Im Gegensatz zu einem herkömmlichen BWL-Studium lernen die Studierenden bei uns von Anfang an, ökonomische Theorien und Modelle aktiv zu hinterfragen", sagt Lars Petersen, Leiter des Fachbereichs Wirtschaft. Die Kunstmodule seien dabei ein wichtiger Impulsgeber für kreatives Denken, eine geschärfte Wahrnehmung sowie Teamarbeit. Mit dieser ungewöhnlichen akademischen Kombination "sind die Studierenden für die Zukunft in einem Unternehmen gut gerüstet", betont Petersen.

Positive Bilanz

Nicht nur Hochschulvertreter auch Absolventen ziehen eine positive Bilanz: "Durch das Studium konnte ich mich persönlich und fachlich weiterentwickeln", so die Bewertung von Paul Adolf, der seine Praxisphasen bei dm-Drogeriemarkt verbracht hat. "Betriebswirtschaftliche Grundlagen muss man erst einmal kennen, um sie dann in einem zweiten Schritt diskutieren zu können und neue Wege zu gehen", so Adolf weiter. Der 23-Jährige wird nach seinem Studium die Leitung des dm-Markts in Bad Neuenahr-Ahrweiler übernehmen.

Auf welche Weise "Wirtschaft neu denken" in ein Unternehmen einfließen kann, das hat Luisa Pottkämper während ihrer Praxisphasen bei Rewe erfahren: "Durch die Kunstmodule habe ich gelernt, mit bestimmten Prozessen und Fragestellungen kreativer umzugehen und Problemstellungen von mehreren Seiten zu betrachten", sagt sie. Für ihr Partnerunternehmen hat die 24-Jährige ein Kommunikationskonzept entwickelt. "Durch mein erlerntes Wissen konnte ich hier künstlerische Elemente einbringen, die die Kommunikation von Inhalten an die Mitarbeiter fördern" betont die Absolventin. "Das hätte ich in einem anderen BWL-Studium nicht gelernt."

An der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter nahe Bonn studieren 530 Studenten in den Fachbereichen Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Architektur, Bildungswissenschaft, Künstlerische Therapien und BWL. Sie ist die einzige Kunsthochschule, die ein Studium der Betriebswirtschaftslehre anbietet. Derzeit befindet sie sich in einem Akkreditierungsverfahren für einen berufsbegleitenden BWL-Master-Studiengang. Möglicher Start wäre im Dezember. (juh)

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