Aldi Süd ist der beliebteste Händler

von Redaktion LZ
Freitag, 30. August 2013
Schülerbarometer
Schülerbarometer
LZnet. Ob Discounter, Drogeriemarkt oder Vollsortimenter: Schüler haben den Handel als potenziellen Arbeitgeber auf dem Schirm. Welche Unternehmen branchenaffine Jugendliche besonders attraktiv finden, zeigt die Sonderauswertung des aktuellen Schülerbarometers, die das Trendence-Institut für die LZ erarbeitet hat.
Aldi Süd ist der Lebensmittelhändler, bei dem branchenaffine Schüler am liebsten anheuern würden. Der Discounter rangiert an 10. Position in der entsprechenden Sonderauswertung des Arbeitgeberrankings, die das Trendence-Institut exklusiv für die LZ erstellt hat. Dabei erweist sich Aldi Süd als ausgesprochen konstant: Im vergangenen Jahr lag das Unternehmen auf dem 12. Platz, 2011 auf dem 13.

Wettbewerber Lidl dagegen verzeichnet einen Abwärtstrend in der Gunst der jungen Zielgruppe. In diesem Jahr landen die Neckarsulmer auf Position 27, nachdem sie in den beiden Vorjahren Rang 16 beziehungsweise 5 beanspruchen konnten.


Die Beliebtheitskurve von Kaufland verläuft ähnlich der des Schwesterunternehmens: Nach einem Höhenflug 2011 (Platz 9) rutscht der Großflächendiscounter 2012 auf Platz 23 und heuer noch ein Stückchen weiter nach hinten auf die 29.

Drogerien mit stabilem Image

Im Gesamtranking, für das alle Befragten unabhängig von ihrem Berufswunsch auswertet werden, besteht zwischen den beiden großen Billiganbietern kein so gravierender Unterschied: Aldi Süd kommt auf Rang 59, Lidl auf Rang 69.

"Aldi hat einen Vorsprung bei jenen Schülern, die bereits konkret eine Ausbildung im Einzelhandel planen. Lidl gelingt es hingegen, stärker auch solche Jugendliche anzuziehen, die eigentlich andere Branchen oder Ausbildungsbereiche favorisieren", interpretiert Trendence-Sprecherin Felizitas Janzen die Gemengelage.

Die beiden Drogeriemarkt-Platzhirsche dm und Rossmann haben es geschafft, sich als begehrte Jobadressen im Bewusstsein junger Leute zu verankern. Wie im Vorjahr schafft es dm auf Position 12 bei den handelsaffinen Schülern. Rossmann verliert 11 Plätze gegenüber 2012 und landet auf Position 18. Müller folgt mit großen Abstand an 29. Stelle.

Edeka und Rewe teilen sich Platz 20. Beide Lebensmittelhändler können sich deutlich verbessern: die Hamburger um 14, die Kölner um 23 Plätze. Die Metro Group findet sich erst auf Platz 35 und damit 20 Positionen weiter hinten als 2012. Betrachtet man allerdings das aktuelle Gesamtranking, liegt Metro ein gutes Stück weiter vorn als Edeka und Rewe.

Sicherheit und Wertschätzung gesucht

"Bei den Schülern, die in den Einzelhandel wollen, genießen alle drei Arbeitgeber eine recht große Bekanntheit. Edeka und Rewe ist es aber in diesem Jahr besser gelungen, diese Bekanntheit auch in Arbeitgeberattraktivität umzumünzen", so Janzen. Metro indes ziehe – ähnlich wie Lidl – auch Schüler an, "die nicht explizit eine Ausbildung im Handel planen".

Von ihren zukünftigen Brötchengebern erwarten junge Menschen vor allem Arbeitsplatzsicherheit und Wertschätzung. Beide Faktoren erreichen plus 1,5 auf einer vierstufigen Skala von minus 2 (unwichtig) bis plus 2 (sehr wichtig).

Dicht dahinter werden Weiterbildungsmöglichkeiten (plus 1,4) sowie Chancengleichheit, Karriereperspektiven und persönliche Entwicklung (je plus 1,3) aufgeführt. Auch auf Work-Life-Balance, einen guten Führungsstil und Kollegialität legen Einsteiger Wert (je plus 1,2). Zwischen dem Gesamtranking aller Schüler und der Sonderauswertung für die LZ bestehen nur graduelle Unterschiede.

Social Media kaum zur Berufsorientierung genutzt

 

"Durch die Schule gut auf die berufliche Zukunft vorbereitet" fühlen sich fast sechs von zehn einzelhandelsaffinen Schülern. Das sind deutlich mehr als im Gesamtranking, wo nur knapp die Hälfte hier zustimmt. "Mehr Hilfe zum Thema Berufs- und Studienwahl" wünscht sich entsprechend nur ein Drittel der Befragten der Sonderauswertung, während es ansonsten 44 Prozent sind.

Social Media nutzt die Zielgruppe zur beruflichen Orientierung erst verhalten. Facebook-Seiten von Arbeitgebern hält nur ein Drittel der Befragten für eine wichtige Informationsquelle. "Das Gespräch mit den Eltern oder Praktikumserfahrungen zählen stärker", weiß Janzen.

Doch im Vorfeld der eigentlichen Jobwahl könne Facebook Anknüpfungspunkte bieten und die Jugendlichen in ihrer Welt abholen. "Um bei der Berufsentscheidung eines Schülers überhaupt in Betracht gezogen zu werden, hilft es, direkt in seinem Alltag präsent zu sein."

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