Bestes Arbeitgebermarketing

von Judit Hillemeyer
Freitag, 24. April 2009
Foto: Tendence
Foto: Tendence
Aldi Süd gehört zu den Preisträgern der Employer Branding Awards, die das Berliner Institut Trendence verleiht. Rund 150 Personalentscheider, darunter Vertreter aus dem deutschen Einzelhandel, kamen zur Preisverleihung ins Japan-Center nach Frankfurt.



Unternehmen gestalten ihre Arbeitgebermarke, um auf dem Arbeitsmarkt positiv wahrgenommen zu werden. Für die Markenbildung nutzen sie strategische Maßnahmen auf Grundlage von Marketingkonzepten. Der moderne Bildungstempel Internet spielt dabei eine ebenso große Rolle wie Messeauftritte und Kampagnen.


Spitzenreiter: Holger Koch (l.), Tendence-Geschäftsführer mit den diesjährigen Preisträgern der Employer Branding Awards im Japan-Center.

Das Ziel besteht vor allem darin, die Marketingwirkung effizient für die Personalrekrutierung zu nutzen, insbesondere zur Steigerung der Bewerberqualität. Die besten Beispiele aus fünf Kategorien zeichnete vergangenen Donnerstag das Berliner Trendence Institut in Frankfurt aus.

"Karriere ist eine Gerade" - Aldi Süd errang mit dieser Devise in der Kategorie "Imagewandel" den zweiten Platz. Die Auszeichnung nahm Aldi-Geschäftsführer Dr. Andreas Dold, Langenselbold, entgegen. In dieser Kategorie werden Unternehmen gekürt, die sich als Arbeitgeber in der öffentlichen Wahrnehmung fest verankern konnten.

Aldi Süd pflege einen authentischen Auftritt, der flache Hierarchien vermittle, so Jury-Miglied und Laudatorin Anja Seng, Professorin an der Fachhochschule für Ökonomie&Management. Viele ihrer Studenten hätten den diesjährigen Messeauftritt des Discounters anlässlich des Kölner Absolventenkongress als "einen der schönsten" empfunden.

Die Idee der Arbeitgebermarke entstand in den späten Neunzigern als Reaktion auf die Verknappung talentierter und qualifizierter Nachwuchskräfte. Das Prinzip nutzt Lufthansa ebenso wie Porsche oder Ernst&Young. Den Erfolg beziehungsweise den Beliebtheitsgrad potenzieller Brotgeber unter Studierenden misst Trendence jährlich. In einer aktuellen Studie "Europe's 500 Top Employers" ermittelt das Institut unter 200.000 Hochschülern in 22 Ländern die Wunscharbeitgeber in Europa. Die Ergebnisse werden in Kürze publiziert.

Die Arbeitgebermarke dient nicht nur der Personalrekrutierung. Sie schöpft auch andere positive Effekte für Unternehmen ab, die hierzulande bisher weitgehend ungenutzt bleiben. Besonders in Großbritannien und den USA belegen Studien signifikante Korrelationen zwischen strategisch fundierten Arbeitgebermarken und erhöhter Identifikation sowie Leistungsbereitschaft bis hin zur Senkung von Krankenstands- und Diebstahlszahlen. (juh)

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