Babyboomer besetzen Chefsessel

von Judit Hillemeyer
Freitag, 28. Oktober 2005
Das Problem der Unternehmensnachfolge beschäftigt viele Firmenchefs, die kurz vor dem Rentenalter stehen. Rund 10 Prozent der deutschen Geschäftsführer sind 65 Jahre und älter. Frauen sind deutlich unterrepräsentiert.



Die Alterklasse der 40- bis 44-Jährigen stellt mit zirka 18 Prozent die meisten Führungskräfte für die Position des Geschäftsführers insgesamt. Etwa 10 Prozent - davon rund zwei Drittel geschäftsführende Gesellschafter - sind 65 Jahre und älter. Zu diesem Ergebnis kommt die Databyte GmbH aus Lübeck, ein Anbieter von Wirtschaftsinformationen.

Untersucht wurde der Altersdurchschnitt von rund einer Million Managern der obersten Leitungsebene in deutschen Unternehmen.

Im Fokus der Untersuchung stehen die Geburtsjahrgänge 1926 bis 1985, die jeweils in Gruppen von fünf Jahren gestaffelt sind. Unterschieden wurde nach Frauen und Männern.

Geburtenstarke Jahrgänge

Über 168.460 der insgesamt betrachteten 945.880 Geschäftsführer in Deutschland gehören den Jahrgängen 1961 bis 1965 an. Dies gilt sowohl für männliche als auch für weibliche Führungskräfte. Allerdings stellen die Frauen mit 22.882 gegenüber 145.587 Männern nur rund 14 Prozent in dieser Spitzengruppe.

Mit fast drei Vierteln in Bezug auf die Gesamtzahl erwartungsgemäß am stärksten repräsentiert sind die Altergruppen zwischen 35 und 59 Jahren. Allerdings bekleiden mehr 65- bis 69-jährige Männer und Frauen Geschäftsführerposten als 30- bis 34-Jährige. Mit einer Steigerungsquote von fast 8 Prozent zur vorherigen Altersklasse fällt die Gruppe der 35- bis 39-Jährigen ins Auge.

Trotz Frauenquote und politischer Debatten um das Antidiskriminierungsgesetz ist das weibliche Geschlecht in den Chefetagen mit knapp 14 Prozent immer noch stark unterrepräsentiert.

Wenig Frauen sind Boss

Der lineare Aufbau der Altersstruktur verläuft bei Männern und Frauen ähnlich. Aber bereits in der Gruppe der 20 bis 24-Jährigen liegt das Verhältnis der Häufigkeit der Geschäftsführer zu Geschäftsführerinnen bei drei zu eins - Tendenz steigend.

Gerade in den jungen Altersklassen wächst die Zahl der männlichen Unternehmensleiter dynamischer gegenüber einem graduellen Wachstum auf Seiten der Frauen: In der Gruppe 25 bis 29 Jahre verfünffacht sich die Anzahl der Männer gegenüber einer Vervierfachung der Geschäftsführerinnen.

Die aktuellen Kennzahlen lieferte das Wirtschaftsinformationssystem "TopFlow" aus dem Hause Databyte. Die aktuellen und historischen Daten zu rund 2 Millionen im Handelsregister geführten Unternehmen und rund 40 Millionen Zusatzinformationen, wie Mitarbeiterzahlen, Umsätze und Ansprechpartner aus der ersten Führungsebene inklusive Geburtstagen, ermöglichen die Markt- und Strukturanalysen. (juh)

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