Arbeitsagenturen zu bürokratisch

von Judit Hillemeyer
Freitag, 29. Oktober 2004
Trotz leichter Verbesserung in den vergangenen zwölf Monaten stellen die Personalleiter Deutschlands den Arbeitsämtern insgesamt ein vernichtendes Zeugnis aus.



Eine Studie der Unternehmensberatung Karent unter Personalentscheidern in Deutschland zeigt, dass das Arbeitsamt bei der Vermittlung von Stellen kaum eine Rolle spielt. Bei der Neubesetzung sind Onlinemedien und die interne Ausschreibung die häufigsten Instrumente.

Bei Führungskräften erhalten die Personalberater die größte Gewichtung. Nur 14 Prozent der Befragten messen den Agenturen für Arbeit eine Bedeutung bei der Besetzung von freien Stellen bei.

Angeführt wird die Liste der Negativeinschätzungen von zu großer Bürokratie (44 Prozent), gefolgt von ungenügend qualifizierten Arbeitssuchenden (20 Prozent).

Zwar würden viele Kandidaten vorgeschlagen, aber diese seien zu selten für die Position geeignet. Zudem zeigt die Studie, dass aus Sicht der Personalentscheider, die Bundesagentur als Vermittler für Fach- und Führungskräfte eher unbrauchbar ist.

Langer Weg der Arbeitsämter

Es gibt aber auch Lichtblicke. Immerhin 17 Prozent der Befragten meinen, der Service habe sich in den letzten zwölf Monaten verbessert.

Dies bestätigt einen Trend aus der Karent-Personalstudie aus dem Jahr 2003, die bereits eine Verbesserungstendenz zeigte.

"Bis die Arbeitsämter als echte Partner in der täglichen Arbeit der Personalverantwortlichen gesehen und genutzt werden, ist es sicherlich noch ein langer Weg", so Christian von Goetz, geschäftsführender Gesellschafter der Karent Unternehmensberatung.

Online befragt wurden 3.000 Personalentscheider (Geschäftsführer, Personalleiter, Personalreferenten) in Deutschland im dritten Quartal 2004. Insgesamt konnten 571 Antworten ausgewertet werden. Fast alle im Deutschen Aktienindex vertretenen Unternehmen nahmen an der Studie teil.

Die Karent Unternehmensberatung, Frankfurt, ist im Bereich des Outplacements tätig und unterstützt an neun Standorten in Deutschland Fach- und Führungskräfte bei der beruflichen Neuorientierung. (juh)

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