Arbeitsklima ist Trumpf

von Redaktion LZ
Freitag, 12. September 2008
Jungakademiker legen Wert auf sichere Arbeitsverhältnisse und ein gutes Betriebsklima. Und sie interessieren sich für Mittelständler. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kienbaum-Studie.



Die Gummersbacher Managementberatung hat 555 Absolventen zur Frage, was ihnen bei der Wahl des Arbeitgebers wichtig ist, interviewt. Mittelständler wie Müller, Bitburger, Griesson-de Beukelaer & Co. können sich freuen: Die Unternehmensgröße spielt für viele Jungakademiker keine ausschlaggebende Rolle bei der Suche nach dem Wunscharbeitgeber. Nur für 42 Prozent ist es laut der Absolventenstudie 200/2008 von Bedeutung, dass das ein großer Konzern sein muss.

Eine internationale Ausrichtung betrachten ein Drittel der Befragten als unwichtig, ebenso den Auslandseinsatz. 40 Prozent legen keinen besonderen Wert auf einen Unternehmensstandort in einem Ballungszentrum. "Aus Sicht vieler Absolventen kann ihr Top-Arbeitgeber durchaus auch mittelständisch sein und den Standort in der Provinz haben", so Erik Bethkenhagen, Mitglied der Kienbaum-Geschäftsleitung.

Für mehr als 90 Prozent stehen vielmehr ein angenehmes Arbeitsklima und eine gelebte Unternehmenskultur vornean. Außerdem möchten sich die Befragten mit dem Arbeitgeber identifizieren können (89,98 Prozent).

Dennoch sind die attraktivsten Arbeitgeber Großunternehmen wie BMW, Bayer und die Deutsche Bank. Hier spiegelt sich offenbar das Bedürfnis nach Solidität und Sicherheit wider. Ein gutes Arbeitsklima und eine attraktive Unternehmenskultur erhoffen sich die Absolventen von Ikea (Platz 5), so die Analysten. Der Einzelhandel folgt auf Platz 16 mit Peek&Cloppenburg, vor Rewe (21), Metro (25) und Procter & Gamble (26). Discounter wie Aldi (35) und Lidl (46) sind dagegen weniger beliebt.

Das Internet ist das bevorzugte Medium von Absolventen, die auf Jobsuche sind. Informationen über potenzielle Arbeitgeber beziehen die Befragten vor allem aus Stellen- und Imageanzeigen, weniger über Eigenwerbung der Konzerne.

84 Prozent besuchen die Firmen-Homepage des Unternehmens. Ranglisten von Arbeitgebern wird kaum Beachtung geschenkt: Zwar nutzt die Hälfte diese Möglichkeit zumindest hin und wieder, aber ein Drittel der Studienteilnehmer gaben an, nie auf solche Angebote zurückzugreifen. Die jungen Menschen informieren sich lieber selbst.

Auf die eigene Position bezogen wünschen sich die Umfrageteilnehmer ein breites Aufgabenfeld, transparente Karrierechancen, eigenen Gestaltungsspielraum und die Wertschätzung kompetenter Mitarbeiter. Für mehr als 90 Prozent sind Weiterbildungsmaßnahmen wichtig, wenn man sie nach den gewünschten Instrumenten der Personalentwicklung fragt. Incentives wie etwa Firmenwagen oder Handy rangieren auf den hinteren Plätzen der Prioritätenliste: Nur zirka einem Drittel sind diese Angebote wichtig. (gro)

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