Der Makel der Arbeitslosigkeit

von Judit Hillemeyer
Mittwoch, 10. November 2004
In keinem anderen westlichen Industriestaat wirke sich der Verlust des Arbeitsplatzes so negativ auf die Karriere aus wie in Deutschland. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin Capital unter Berufung auf eine noch nicht veröffentlichte Untersuchung der Universität Mannheim.



Darin hat Studienautor Prof. Dr. Markus Gangl in mehreren europäischen Ländern jeweils die berufliche Entwicklung einer Gruppe von Arbeitslosen mit der einer Gruppe von Beschäftigten verglichen.

Gangl stellte dabei fest, dass nach einem Jahr erst ein Drittel der Arbeitslosen in Deutschland wieder eine Stelle gefunden hatte, von der Vergleichsgruppe der Beschäftigten standen noch fast 90 Prozent in Lohn und Brot. Auch nach drei Jahren waren die Beschäftigungschancen der ersten Gruppe noch 17 Prozent schlechter.

Dagegen war der Makel der Arbeitslosigkeit in den anderen untersuchten Ländern zum Teil deutlich kleiner, in Skandinavien und Südeuropa sogar schon nach zwei bis drei Jahren wieder ganz verschwunden.

"Die Karrierenachteile sind dort gering, wo entweder die Arbeitsmarktregulierung oder die soziale Absicherung niedrig ist", sagte Gangl gegenüber Capital. "Was nicht funktioniert, ist das deutsche Modell: hohe Transferzahlungen bei hoher Regulierung." (juh)

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