Flexible Arbeitszeiten schaffen

von Judit Hillemeyer
Freitag, 08. Juli 2005
Familienfreundliche Arbeitszeiten können mehr Wachstum und Beschäftigung schaffen und zugleich die Geburtenrate erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt der Wirtschaftssachverständige Bert Rürup in einem Gutachten, das er gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) in Berlin vorstellte.



So könnte die Geburtenrate in den nächsten 15 Jahren auf durchschnittlich 1,7 Kinder je Frau steigen, wenn die tatsächliche Arbeitszeit stärker an die gewünschte Arbeitszeit angeglichen wird.

Auch der Ausbau der Kinderbetreuung und die Umwandlung des derzeitigen Erziehungsgeldes in ein Elterngeld könnten einen Beitrag zur Überwindung der Wachstumsschwäche in Deutschland leisten.

Nicht zuletzt aufgrund starrer Arbeitszeiten müssten sich derzeit immer noch zu viele Frauen zwischen Kind und Karriere entscheiden, betonte Rürup. In aller Regel bleibe einer dieser Wünsche unerfüllt.

Mit der Einführung eines Elterngeldes könnten vor allem erwerbstätige Frauen und Männer mit Kinderwunsch unterstützt werden. Die Entlastung von Familien durch ein Elterngeld ist auch Schwerpunkt der SPD im Wahlkampf.

Könnten Frauen ihre Wunscharbeitszeit mit rund 30 Wochenstunden realisieren, würden rund 936.000 zusätzliche Stellen benötigt, heißt es in dem Gutachten weiter.

Angebote zur Kombination von Elternzeit und Teilzeit werden demnach von 78 Prozent der Beschäftigten gewünscht, aber von nicht einmal jedem dritten Betrieb angeboten. Durch Gleitzeitarbeit, Arbeitzeitkonten, Telearbeit oder Job-Sharing könnten Wachstum, Beschäftigung und die Zufriedenheit der Beschäftigten erhöht werden, erklärte Schmidt. (juh)

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