Bulmahn für mehr Lehrstellen

von Judit Hillemeyer
Montag, 26. April 2004
Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn will sich angesichts der schwierigen Situation auf dem Ausbildungsmarkt für mehr Lehrstellen einsetzen.



"Ein dauerhaft ausreichendes Angebot an Lehrstellen muss unabhängig von konjunkturellen Zyklen gewährleistet werden", sagte sie. Der Rückgang der Lehrstellen um 8,7 Prozent in nur drei Jahren lasse sich allerdings nicht allein mit der Konjunktur erklären.

Grund dafür seien auch strukturelle Veränderungen. So gehe die Zahl der Auszubildenden vor allem im Verarbeitenden Gewerbe zurück. Am deutlichsten seien die Rückgänge im Bau und Handwerk. Der positive Trend im Dienstleistungssektor und in Wachstumsbranchen könne dies noch nicht ausreichend kompensieren.

Bulmahn wies darauf hin, dass die Ausbildungsplatzlücke in den Jahren 2001 und 2002 noch durch zusätzliche öffentlich finanzierte Ausbildungsplätze habe geschlossen werden können. Dennoch sei die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze im Jahr 2003 zum vierten Mal in Folge zurück gegangen.

Diese Verstaatlichung der beruflichen Ausbildung dürfe nicht fortgesetzt werden: Deutschland drohe ohne ausreichende Ausbildung bis zum Jahr 2015 ein hoher Fachkräftemangel von bis zu 2,9 Millionen unter den 30 bis 45-Jährigen, sagte Bulmahn. "Die heute ausgebildeten jungen Menschen haben eine entscheidende Bedeutung für die künftige Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft", sagte die Ministerin.

Mit der Ausbildungsoffensive 2004 werde die Bundesregierung auch in diesem Jahr alle Hebel in Bewegung setzen, um zusätzliche Ausbildungsplätze zu gewinnen.

Das BMBF werde sich dabei auf ausgewählte Regionen mit überdurchschnittlichem Rückgang des Ausbildungsplatzangebotes konzentrieren. Die Anstrengungen des BMBF werden sich darüber hinaus auf benachteiligte und ausländische Jugendliche richten. (juh)

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