Lehrstellenmarkt bleibt angespannt

von Judit Hillemeyer
Mittwoch, 28. Juli 2004
Auf dem Lehrstellenmarkt ist trotz des Ausbildungspaktes mit der Wirtschaft keine Besserung in Sicht: Das Bundesinstitut für Berufsbildung schätzt, dass auch in diesem Herbst 30.000 bis 35.000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz bleiben werden.



"Ich glaube nicht, dass der Ausbildungspakt wirklich etwas bringt", sagte der Generalsekretär des Instituts, Helmut Pütz.

"Wir erwarten, dass die Zahl der Jugendlichen, die nicht in eine Ausbildung vermittelt werden können, in diesem Jahr genauso hoch oder noch höher sein wird als 2003", sagte Pütz der "Berliner Zeitung".

Die Lehrstellenlücke erkläre sich aus der schwachen Konjunktur. Unternehmen, die Personal abbauten, böten auch weniger Lehrstellen an.

Die Betriebe rationalisierten weiter, und das ist betriebswirtschaftlich auch richtig, so der Institutsleiter. Die Wirtschaftsverbände hätten im Ausbildungspakt Zusagen gegeben, die in den Betrieben nicht eingehalten werden könnten.

Fragwürdiger Pakt

In dem von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement vermittelten Ausbildungspakt hatten sich die vier großen Verbände im Juni gegenüber der Bundesregierung verpflichtet, jährlich 30.000 neue Ausbildungsplätze anzubieten.

Pütz sprach sich gegen eine Ausbildungsplatzabgabe aus. Eine zentral verwaltete Umlage sei nicht die Lösung.

Das Bundesinstitut plädiere aber für ein regionales Umlageverfahren, das von den Kammern verwaltet werden könne.

Nur so lasse sich ohne großen Verwaltungsaufwand die Gerechtigkeitslücke zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben schließen.

Als aussichtsreich bewertete er auch die regionalen Ausbildungsverbünde und die geplante neue Berufsfachschule. (juh)

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