Staat fördert Lehrstellen im Osten

von Judit Hillemeyer
Mittwoch, 12. Januar 2005
Das Ausbildungsprogramm Ost von Bund und Ländern hat laut Bundesministerium für Bildung und Forschung den Lehrstellenmarkt in den neuen Ländern positiv beeinflusst.



Im Vergleich zum betrieblichen Ausbildungsangebot seien neue Berufe mehr gefragt, hätten Frauen bessere Chancen und würden weniger Ausbildungsverhältnisse abgebrochen.

Gleichzeitig führe die öffentliche Ausbildungsförderung nicht zu einem Abbau des betrieblichen Angebots. Das sind die Ergebnisse einer Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB), die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Auftrag gab und vergangenen Montag in Berlin veröffentlichte.

Ausgewertet wurden die Daten des Programms aus dem Jahr 2002 mit 14 000 geförderten Ausbildungsstellen. Von den insgesamt rund 367 000 Auszubildenden aller Lehrjahre, die es Ende 2002 in den neuen Bundesländern und Berlin gab, wurden fast 34 000 (9,2 Prozent) über die verschiedenen, zu diesem Zeitpunkt laufenden Programme Ost ausgebildet.

Gemäß den BiBB-Erhebungen lag der Anteil der Auszubildenden in den neuen Berufen im Programm 2002 mit 8,4 Prozent höher, als es im Durchschnitt bei der betrieblichen Ausbildung (6,7 Prozent) der Fall ist. Auch der Frauenanteil im Rahmen des Programms übertraf mit 46 Prozent den Durchschnitt um 7 Prozentpunkte.

Gleichzeitig wurden dort weniger Ausbildungen abgebrochen als im landesweiten Durchschnitt sonst üblich. Mit 57 Prozent waren über die Hälfte der Teilnehmer Erstbewerber. Zwei Drittel hatten einen mittleren oder höheren Schulabschluss.

Schwerpunkte der Ausbildung waren Gastronomieberufe (16 Prozent), Einzelhandelsberufe (14 Prozent) und kaufmännische Büroberufe (12 Prozent). Drei von vier Ausbildungsplätzen wurden in einem Verbundsystem außerbetrieblicher und betrieblicher Lernorte angeboten.

Mit den Ausbildungsplatzprogrammen Ost fördern die Bundesregierung, die neuen Bundesländer und Berlin seit dem Jahr 1993 zusätzliche, überwiegend betriebsnahe Ausbildungsplätze. Zur Finanzierung des Programms setzt das Bundesministerium jährlich rund 90 Mio. Euro ein. (juh)

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