HDE und Verdi streiten um Pakt

von Judit Hillemeyer
Dienstag, 05. Juli 2005
Im Einzelhandel droht ein Scheitern der von den Arbeitgebern angebotenen bundesweiten Ausbildungsinitiative für mehr Ausbildungsplätze.



Hermann Franzen, Präsident des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), machte heute in Berlin die Gewerkschaft Verdi hierfür verantwortlich.

Der Einzelhandel hatte eine Forderung des Ausbildungspaktes aufgegriffen: Er bot für die Laufzeit des Ausbildungspaktes von 2004 bis 2006 eine Steigerung der abgeschlossenen Ausbildungsplätze um durchschnittlich etwa zwei Prozent jährlich bis zum Herbst 2006 an.

Im Gegenzug sollten die tariflichen Ausbildungskosten gesenkt werden, zum Beispiel durch Konstanthalten der Ausbildungsvergütungen und Rücknahme von Regelungen aus Manteltarifverträgen, in denen die betriebliche Ausbildungszeit eingeschränkt wird.

Dies würde allein für die Ausbildungsberufe Kaufmann im Einzelhandel und Verkäufer jährlich über 900 zusätzliche Ausbildungsplätze bedeuten.

Grund für das drohende Scheitern sei die Unbeweglichkeit der Gewerkschaft. Verdi weigere sich, so Franzen, über dieses Thema Gespräche auf Bundesebene zu führen, sondern beharre auf Gesprächen auf regionaler Ebene über eine Ausbildungsabgabe.

Verdi will wohl lieber neue Bürokratien einrichten als neue und zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Eine Ausbildungsabgabe, egal auf welcher Regelungsbasis, schafft nicht mehr, sondern weniger Ausbildungsplätze, so der HDE-Präsident.

Angesichts der rückläufigen Meldungen von Ausbildungsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit müsse jetzt durch ausbildungsförderliche, kostenentlastende Maßnahmen in den Tarifverträgen gegengesteuert werden. Sonst drohe ein Ausbildungsrückgang im Einzelhandel. (juh)

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