Erfahrung macht schlau

von Judit Hillemeyer
Donnerstag, 05. April 2007
TPI, internationale Sourcing-Beratungsgesellschaft, zeigt in einem aktuellen Report, dass schlechtes Vertragsmanagement durch die Auftraggeber ein Hauptgrund für die Unzufriedenheit mit Outsourcing ist. Der Report basiert auf Aussagen von Verantwortlichen, die Outsourcing-Verträge einkaufen und managen.

Demnach räumen 61 Prozent der Outsourcing-Einkäufer ein, dass sie der Erstellung des Outsourcing-Vertrags mehr Bedeutung beimessen als dessen Management, was in hohem Maß zu Unzufriedenheit beiträgt. Aufgrund dieser nachträglichen Einsicht gaben 52 Prozent der Befragten an, dass ihre eigenen unrealistischen Erwartungen oft ebenfalls den Erfolg der Vereinbarung behinderten.

Outsourcing-Verträge erbringen im Allgemeinen etwa 28 Prozent weniger Wert als ursprünglich erwartet, und viele Unternehmen strukturieren ihre Verträge innerhalb von nur 18 Monaten neu.

Probleme mit Outsourcing-Verträgen resultieren oft aus mangelnder Absprache zwischen Auftraggeber und Service bezüglich des Umfangs der zu leistenden Dienste und nicht aus mangelnder Qualität der Dienstleistungen selbst.

Fast die Hälfte (49 Prozent) der von TPI befragten internationalen Unternehmen gab an, dass ihre Unerfahrenheit beim Outsourcing-Management ihren Erfolg bisher geschmälert hätte. 46 Prozent war es nicht gelungen, eine geeignete umfassende Kontrollstruktur zu implementieren, und 35 Prozent hatten die Einberufung regelmäßiger Sitzungen von Kontrollgremien vernachlässigt.

Ein Hinweis darauf, dass Auftraggeber das Vertrauen in ihre Outsourcing-Provider bewahren, ist die Tatsache, dass nach einer Neuverhandlung sowohl längerfristige als auch breiter gefasste Verträge überwiegen.

46 Prozent der befragten Unternehmen verlängerten bei einer Neuverhandlung die Vertragslaufzeit und 59 Prozent gaben an, dass der überarbeitete Vertrag einen größeren Leistungsumfang enthielt als der ursprüngliche Vertrag, wobei 13 Prozent diese Erweiterung als signifikant beschrieben.

56 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass die Neuverhandlung ihrer Verträge sich als effektiv erwiesen hatte; weitere 21 Prozent erklärten, dass es für Ergebnisse noch zu früh wäre.

Im Sommer 2006 führte TPI eine Befragung unter 40 großen internationalen Unternehmen in verschiedenen Branchen in Europa und Nordamerika durch.

Eine vollständige Ausgabe des Reports "Restructuring Outsourcing Agreements: An Indication of Failure, or a Tool to Increase Value?" steht auf der TPI-Website hier zur Verfügung. (juh)

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