Kausa will das Ausbildungspotenzial wecken

von Redaktion LZ
Freitag, 24. Juni 2005
Ausländische Mitarbeiterin im Einzelhandel, Foto: LZ-Archiv
Ausländische Mitarbeiterin im Einzelhandel, Foto: LZ-Archiv
In Deutschland gibt es 286 000 ausländische Selbständige, überwiegend im Einzelhandel. Aus Unwissenheit bilden nur die wenigsten darunter aus. Kausa - die Koordinierungsstelle Ausbildung in ausländischen Unternehmen - hilft Selbstständigen und Existenzgründern dabei.



Kausa ist eine bundesweit aktive Informations- und Servicezentrale für Projekte und Initiativen, die Firmen mit Inhabern ausländischer Herkunft beim Einstieg in die Ausbildung unterstützen. Der Schwerpunkt von Kausa liegt in der Vernetzung und Beratung dieser Initiativen.

Neben dem Interkulturellen Bildungszentrum in Mannheim, das einen Ausbildungsverbund mit Betriebsinhabern ausländischer Herkunft eingerichtet hat gehört auch das Bildungszentrum des Einzelhandelsverbandes zu den Verbundpartnern.

Seit 1999 baut die Koordinierungsstelle nicht nur ein deutschlandweites Netzwerk auf, in dem Arbeitsämter, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, rund 30 Initiativen und Unternehmer zusammenarbeiten.

Interessante Ausbilder

Ein weiteres Ziel ist es, Unternehmer mit "Migrationshintergrund" als interessante Ausbilder vorzustellen und die erfolgreiche Arbeit der Initiativen der Öffentlichkeit vor zu stellen. Das Projekt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) engagiert sich zudem für Ausbildungsplätze für Ausländer.

Mit Erfolg: In den vergangenen drei Jahren sind 4 570 neue Ausbildungsplätze in Unternehmen mit Migrationshintergrund neu eingerichtet worden.

Das Potenzial, so Projektleiterin Katharina Kanschat, sei aber deutlich größer. Ihr Ziel ist es, zusätzliche Betriebe für die duale Ausbildung zu gewinnen. Die Koordinierungsstelle bietet seinen regionalen Partnern dazu ein Forum für einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch und organisiert Fachveranstaltungen und Regionaltreffen.

Zu den Projekten zählt beispielsweise "Vamos", das für das Verbund Ausbildungsmodell Südniedersachsen steht. Ziel ist es, Arbeitgebern mit Migrationshintergrund zu einer größeren Ausbildungsbereitschaft zu gewinnen.

Berufsorientierung

Mit der Aktionsreihe "Moscheen aktiv für Berufsbildung", die im April in Köln startete, werden Vorbeter und Vorsitzende von Moscheevereinen über die Möglichkeiten und Chancen einer betrieblichen Ausbildung informiert, damit sie in ihrer Gemeinde jungen Menschen und deren Eltern bei der Berufsorientierung Unterstützung geben können.

Der Verband Türkischer Unternehmer und Industrieller in Europa (ATIAD) hat errechnet, dass türkische Unternehmen in den kommenden sechs Jahren 300 000 Arbeitsplätze in Deutschland schaffen werden. 700 000 Menschen werden 2010 dann in türkischen Unternehmen in Deutschland arbeiten.

In Anlehnung daran veranstaltet die Wuppertaler Firma "Management Transfair" in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Duisburg einen speziellen Ausbilderkurs für Unternehmer türkischer Herkunft. (ba)

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