Auto bei Lohnverzicht

von Judit Hillemeyer
Freitag, 22. September 2006
Foto.Athlon
Foto.Athlon
Nicht nur für die Führungsetage, sondern für auch Mitarbeiter unterer Gehaltsklassen könnte das Autoleasingmodell mittelfristig die Lohnkosten des Arbeitgebers senken und den Angestellten einen Leistungsanreiz bieten.



Die Personalberatung Kienbaum und Athlon Car Leasing haben unter www.lease2motivate.de einen kostenlosen Rechner installiert, auf dem sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer die Vor- und Nachteile eines Gehaltsverzichtes zu Gunsten eines Autos errechnen können.

Das Einsparpotenzial für Arbeitgeber kann beachtlich sein. "Wir halten den Dienstwagen - neben der betrieblichen Altersversorgung - für die interessanteste Zusatzleistung", sagt Tom Feldkamp, Senior Consultant bei Kienbaum.



Laut einer Studie von Roland Berger verstehen 42 Prozent aller befragten Unternehmen Restrukturierung als einen kontinuierlichen Prozess. Viele Entscheider stellen sich die Frage, an welcher Stelle sie sich überhaupt noch verschlanken können. Besonders Unternehmen mit hohem Personalkostenanteil geraten in die Zwickmühle.

Wenn sie auf Grund des hohen Konkurrenzdrucks Preise nicht erhöhen können und zugleich nur eine dünne Eigenkapitaldecke haben, wird es kritisch. Eine Möglichkeit, Lohnkosten nachhaltig zu reduzieren, sei der Dienstwagen statt Gehalt.

Athlon und Kienbaum stellen folgendes Modell vor: In einem Unternehmen soll in den nächsten drei Jahren ein Gehaltsumwandlungsmodell eingeführt werden. 640 Mitarbeiter aus vier Gehaltsklassen dürfen daran teilnehmen. Insgesamt 107 nehmen das Angebot in Anspruch und wählen einen Firmenwagen über eine Leasinglaufzeit von 36 Monaten.

Für die Mitarbeiter jeder Gehaltsklasse ergibt sich ein unterschiedliches Einsparpotenzial bei den Sozialabgaben sowie den Personalkosten. Insgesamt liegt es nach den Berechnungen.

Segen für die Volkswirtschaft

"Würden die Unternehmen auch unteren Einkommensgruppen einen Dienstwagen statt Gehalt gewähren, wären die positiven Effekte, die von diesem Impuls auf die Volkswirtschaft ausgehen würden, gar nicht auszudenken", findet Lothar Päbst von Ad Bonum in Gütersloh.

"Laut Schätzungen sind die Fahrzeuge im Durchschnitt sieben Jahre alt. Für viele Arbeitnehmer stellt sich also in nächster Zukunft die Frage, wie die Anschaffung von neuen Wagen zu finanzieren ist. Allein die Wartungskosten sind für viele ein Problem. "

Die Studie "Financial Behaviour", zu der Ad Bonum Personalverantwortliche in Dax-Unternehmen sowie in den Top 100 des Mittelstandes befragt hatte, zeigt, dass das Potenzial für "Dienstwagen statt Gehalt" in Deutschland noch längst nicht ausgeschöpft ist: Zwar bietet etwa die Hälfte der deutschen Dax-Unternehmen Dienstwagen an, tatsächlich können jedoch nur in 6,8 Prozent der Unternehmen Mitarbeiter aller Hierarchien Gehaltsanteile in einen Dienstwagen umwandeln.

"Bisher können überwiegend Top-Manager und Außendienstmitarbeiter einen Firmenwagen für private Zwecke nutzen", sagt Holger Rost, Geschäftsführer der Athlon Car Lease Deutschland GmbH & Co. KG.

"Gerade für kleinere Einkommen bietet der Dienstwagen finanzielle Vorteile. Die Mehrwertsteuer wird eingespart, und die Mitarbeiter profitieren von den günstigen Konditionen des Großeinkaufs", erklärt Rost.

Arbeitnehmer sollten das Modell bezüglich ihrer künftigen Rente entsprechend konzipieren. Über den Mitarbeiterrechner kann sich jeder Arbeitnehmer kostenlos nach Eingabe individueller Parameter wie Steuerklasse, Entfernung vom Arbeitsplatz, Krankenversicherungsbeitrag selbst ausrechnen, ob sich eine Gehaltsumwandlung lohnt oder nicht. (juh)

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats