Juniorenfirmen als Testlauf für die Selbstständigkeit

von Redaktion LZ
Mittwoch, 05. Mai 2004
In Juniorenfirmen können Auszubildende unter realen Bedingungen einen kleinen Betrieb führen. Dabei lernen sie nicht nur, wie komplex unternehmerisches Handeln ist, sondern auch Verantwortung zu übernehmen.



"Cultur-e" ist die Azubifirma der Otto GmbH & Co. KG. Mit ihr bietet der angehende Nachwuchs des Hamburger Versenders sowohl internen als auch externen Kunden Dienstleistungen wie Web-Design und -Konzeption an und setzt dabei reale Aufträge um.

Lehrlinge aller Ausbildungs- und Jahrgänge können sich hier zwei bis drei Monate einsetzen lassen. Sie arbeiten von der Auftragsakquisition über die Abwicklung bis zum Kundenservice absolut selbstständig und eigenverantwortlich an ihren Projekten.

Das Konzept der Juniorenfirmen gibt es seit den 80er-Jahren. Die "Juniorfirma" ist eine auf Dauer angelegte und nachhaltige Methode, durch die die Auszubildenden oder auch Schüler lernen, selbstständig und eigenverantwortlich unter den strukturellen Bedingungen eines realen Unternehmens zu arbeiten.

Aus der Azubifirma "Cultur-e" erwuchs ein noch größeres Projekt: Der Aufbau eines virtuellen Netzwerkes von Juniorenfirmen namens Jee-Net (Junior Enterprise Network) - als Modellversuch zur Entwicklung und Erprobung von Methoden und Konzepten für die Vermittlung von E-Commerce und Entrepreneur-Kompetenzen in der kaufmännischen Berufsausbildung

Schulische und betriebliche Juniorenfirmen der verschiedensten Branchen bearbeiteten drei Jahre lang gemeinsam Aufträge, lernten virtuell zu kooperieren und Projekte über das Internet zu managen.

Das Projekt wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) fachlich betreut und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. JeeNet besteht auch nach Abschluss des Modellversuchs weiter. (ba)

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