Nachwuchs bereitet Sorgen

von Kurt Hoffmann
Freitag, 25. Februar 2011
Großbäckereien und Bäckerhandwerk beklagen Nachwuchsmangel. Ob es am schlechten Image oder an der Bezahlung liegt, diskutierten die Teilnehmer des Backwarenforums der NGG in Niedernhausen.
Sowohl Handwerk als auch Industrie müssten die Ausbildung in den nächsten Jahren verstärken, sonst bekämen die Betriebe in den nächsten Jahren gravierende Personalprobleme, sagte Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft NGG, zu Beginn des Forums. Im vergangenen Jahr hätten alleine im Handwerk 1.000 Auszubildende gefehlt.

Michael Wippler, Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks bezifferte die Lücke sogar auf 2.000. Er mahnte ein besseres Image für den Bäckerberuf an: "Der Schlüssel für mehr Interesse liegt im Image, nicht in der Bezahlung", so seine Einschätzung. Die stößt auf Arbeitnehmerseite indes auf wenig Gegenliebe.

Auf Viele wartet nur ein 400-Euro-Job

Nach der dreijährigen Ausbildung warte auf viele Jugendliche nur ein 400-Euro-Job, so Möllenberg. Mit Stundenlöhnen von vereinzelt 7,50 Euro brutto, teilweise lediglich nur 5 Euro, sei der Beruf einfach nicht lukrativ, argumentierten Teilnehmer aus dem Forum. Da nutze auch ein verbessertes Image wenig.

Auch die Großbäckereien spürten, dass der Nachwuchs ausbleibe, sagte Helmut Klemme, Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien. Schwierig für die ausbildenden Betriebe gestalte sich die teilweise veraltete Ausbildungsordnung, so der Geschäftsführer des Verbandes, Armin Juncker. So sei es etwa wenig sinnvoll, wenn Auszubildende in Großbäckereien lernen müssten, Hochzeitstorten herzustellen. (ho)

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats