Keine Bluttests für alle Bewerber

von Redaktion LZ
Freitag, 18. Dezember 2009
Der Kosmetik-Konzern Beiersdorf schafft einem Zeitungsbericht zufolge generelle Bluttests bei Bewerbern wieder ab. "Bei Beiersdorf werden ab sofort Blut- oder Urinuntersuchungen nur noch dann vorgenommen, wenn dies im Hinblick auf die konkreten Anforderungen der künftigen Tätigkeit entsprechend den gesetzlichen Vorgaben oder berufsgenossenschaftlicher Empfehlungen vorgesehen ist", sagte Konzernsprecherin Claudia Fasse der "Welt".



Dies sei zum Beispiel bei Tätigkeiten in den Forschungseinrichtungen oder in den Labors der Fall. Hintergrund des Schritte ist die öffentliche Debatte über Einstellungsuntersuchungen.

So hatte bereits im November der Stuttgarter Autobauer Daimler angekündigt, bei der Einstellung neuer Mitarbeitern teilweise auf die umstrittenen Bluttests zu verzichten. Labortests würden zunächst nur noch durchgeführt, wenn dies für den Arbeitsplatz zwingend notwendig sei, hieß es.

Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, sagte der "Welt": "Ich halte es für unzulässig, Bluttests als Standardmaßnahme bei allen Bewerbern durchzuführen."

Dennoch hält Schaar die Regeln der Berufsgenossenschaften zu gesundheitlichen Untersuchungen insgesamt für angemessen. Er könne es nachvollziehen, wenn für wenige Berufe nach dem Infektionsschutzgesetz Beschäftigte ein amtliches Gesundheitszeugnis vorlegen müssten. "Es wäre nicht hinzunehmen, wenn etwa ein an Hepatitis erkrankter Koch Lebensmittel verarbeitet", sagte Schaar. (dpa-AFX)

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