Ethnische Herkunft als Problem

von Judit Hillemeyer
Freitag, 09. März 2007
Diskriminierung ist gemäß eines großen Teils der Europäer ein verbreitetes Problem. Dazu zählen insbesondere die aufgrund ethnischer Herkunft, einer Behinderung und sexueller Orientierung.



Dies geht aus der aktuellen Eurobarometer-Umfrage "Facts and Figures" von TNS Opinion & Social für die Europäische Kommission hervor.

Von den sechs in dieser Umfrage untersuchten Diskriminierungsformen wird die Diskriminierung aus Gründen der ethnischen Herkunft als am weitesten verbreitet wahrgenommen. Fast ein Fünftel der Befragten hält diese Form der Diskriminierung im eigenen Land für sehr (19 Prozent), weitere 45 Prozent für ziemlich verbreitet. Nur zwei Prozent glauben, dass sie nicht existiert.

Beim Ausmaß dieser wahrgenommenen Benachteiligung gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Der erste Unterschied, der aus der Umfrage hervorsticht, besteht zwischen den früheren EU-15-Ländern und den zehn neuen Mitgliedstaaten.

Fremdländische Freunde

In den Letzteren hat die Bevölkerung deutlich weniger das Gefühl, dass die ethnische Diskriminierungsform verbreitet ist (42 Prozent gegenüber 68 Prozent in den EU-15-Ländern).

Die einzelnen Länderergebnisse: Die Schweden glauben, dass ethnische Diskriminierung im eigenen Land am stärksten verbreitet ist (85 Prozent), es folgen die Niederländer (83 Prozent), Franzosen (80 Prozent), Dänen (79 Prozent), Belgier (78 Prozent) und Italiener (77 Prozent). Umgekehrt teilen in Litauen (23 Prozent) und Lettland (29 Prozent) weniger als drei von zehn Befragten diese Meinung.

Ein Faktor, der die Ansichten der Menschen zu beeinflussen scheint, ist, ob sie Freunde anderer ethnischer Herkunft haben. Diejenigen, bei denen dies der Fall ist, haben mit viel größerer Wahrscheinlichkeit den Eindruck, dass Diskriminierung verbreitet ist (71 gegenüber 56 Prozent).

Die Betreffenden neigen auch stärker zu dem Eindruck, dass sie in den letzten fünf Jahren zugenommen hat (53 gegenüber 44 Prozent). Auf die gesamte Stichprobe bezogen sind es 49 Prozent, die gewachsene Nachteile aufgrund ethnischer Herkunft sehen - nur 42 Prozent glauben, dass die Situation besser geworden ist.

Befragt wurden insgesamt 26 800 Bürger in den 25 EU-Mitgliedstaaten. In Deutschland gaben 1 570 Personen ab 15 Jahren in persönlichen Interviews Antwort auf ihre persönliche Wahrnehmung von Diskriminierungen. (juh)

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