Berufsbildung hat wieder  Konjunktur

von Judit Hillemeyer
Freitag, 08. Juni 2007
Lernen für den Beruf liegt wieder im Trend. Der Markt für berufliche Weiterbildung, der im Jahr 2005 nach einer ernsthaften Schwächeperiode erste Anzeichen der Erholung gezeigt hatte, fasste im Jahr 2006 wieder Tritt. Zu diesem Ergebnis kommt die zehnte Weiterbildungsstudie "Lünendonk-Marktstichprobe 2007".

Bei der Marktentwicklung der einzelnen Anbietergruppen treten 2006 keine so eklatanten Unterschiede wie in den Vorjahren zu Tage, berichtet Lünendonk. Von den 20 größeren Unternehmen, die in der Untersuchung beispielhaft für den Markt in Deutschland stehen, haben 15 ihre Umsätze gesteigert. Dazu gehören die Akademien von Dekra (+26,7 Prozent), Audi (23,5), Lufthansa (18,5), die Bonner (18,5) sowie die Deutsche Angestellten-Akademie (13) und Euroforum mit einem Plus von 10,9 Prozent.

Insgesamt ergibt sich für die 20 Unternehmen eine durchschnittliche Wachstumsrate von über 8 Prozent. 2005 hatte sie noch weniger als 1 Prozent betragen. Bei den fünf Anbietern mit rückläufigen Umsätzen wurde dies zum Teil durch Strukturanpassungen verursacht.

Unter den Anbietern spielen auch im Jahr 2006 die ausgelagerten Trainingsorganisationen großer Wirtschaftskonzerne eine wichtige Rolle. Zwar richten sich ihre Aktivitäten meist vorrangig an konzerninterne Kunden, jedoch werden sie als Anbieter am Drittmarkt immer spürbarer. Vor allem deshalb, weil große Teile des Trainingsbedarfs in diesen Konzernen den freien Anbietern als Markt verschlossen bleiben.

Konzerninterne Akademien sind erfolgreich

Unabhängig von der Lünendonk-Untersuchung, hat in der jüngsten Vergangenheit auch die Welt der Konsumgüterbranche bildungstechnisch aufgeschlossen. Was Dienstleister, die Automobilindustrie und IT-Konzerne mit ihren eigenen Bildungseinrichtungen vorgemacht haben, hat mittlerweile auch in der Konsumgüter- und Handelsbranche ihr Pendant gefunden. So unterhalten beispielsweise Metro, Fressnapf, Kamps sowie Procter & Gamble eigene interne Lernstätten.

Sie dienen ausschließlich der Förderung und Ausbildung der eigenen Mitarbeiter. Metro etwa bereitet den Geschäftsführungsnachwuchs verschiedener Vertriebsschienen auf künftige Aufgaben vor. Fressnapf qualifiziert mit spezifischen Weiterbildungsangeboten seine Mitarbeiter.

Die Anbieter mit Schwerpunkt im Business-Skills-Geschäft (Betriebswirtschaft, Führung, Kommunikation) weisen zwar im Durchschnitt höhere Wachstumsraten auf, aber auch die meisten Anbieter mit Schwerpunkt im IT-Trainingsgeschäft sowie technischgewerbliche Themen liegen im Durchschnitt mit ihrer Umsatzentwicklung nur wenig darunter.

Trotz der ordentlichen Umsatzzuwächse bleiben die Dienstleister mit ihren Zukunftsprognosen zurückhaltend. Für das laufende Jahr 2007 erwarten sie im Durchschnitt einen Zuwachs um rund 5 Prozent. Für den Zeitraum bis 2012 liegt ihre Vorhersage der jährlichen durchschnittlichen Umsatzsteigerungen leicht unter diesem Wert.

Die detaillierte Studie kann Ende Juni unter der E-Mail-Adresse lang@luenendonk.de bestellt werden. Sie kostet 950,- Euro (pdf-Datei, zuzüglich MwSt. und inklusive Versand). (juh)

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