Bildungschancen in Westeuropa

von Judit Hillemeyer
Freitag, 27. April 2007
Zweieinhalb Jahre nach dem EU-Beitritt glauben rund zwei Drittel der neuen Bürger weiterhin an verbesserte Berufs- und Ausbildungschancen im europäischen Ausland.



Gleichzeitig sehen sich nach dem EU-Beitritt jedoch viele gestiegenen Preisen und wachsender Korruption gegenüber. Rund ein Drittel spricht von einem gesunkenen Lebensstandard und einer zunehmenden Gefährdung von Arbeitsplätzen im Heimatland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gfk-Studie.

Auch für die kommenden fünf Jahre erwarten viele von ihnen eine ähnliche Entwicklung. Kurz nach dem EU-Beitritt (2004) glaubten rund drei Viertel der Befragten in den neuen Mitgliedsstaaten, die Öffnung der Grenzen verspreche neue Möglichkeiten in puncto Ausbildung und Arbeit im europäischen Ausland.

Ein Jahr später schlossen sich dieser Meinung nur noch knapp 60 Prozent an, heute immerhin rund 70 Prozent. Rund 87 Prozent aller befragten Letten erwarten eine positive Entwicklung der Arbeitsmöglichkeiten, 82 Prozent verbesserte Ausbildungsmöglichkeiten in anderen EU-Ländern.

Über alle Länder hinweg sind es vor allem Studenten und die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen, die die Situation besonders positiv sehen: Mehr als drei Viertel setzen nach dem EU-Beitritt ihres Landes auf gute Chancen für Ausbildung und Beruf im europäischen Ausland.

Personen mit Hauptschulabschluss waren mit 61 Prozent nicht ganz so optimistisch eingestellt, äußerten sich jedoch deutlich zuversichtlicher als vor zwei Jahren (45 Prozent). Geht es um die Sicherheit des Arbeitsplatzes im eigenen Land, machen sich jedoch deutliche Zweifel breit: Über ein Drittel der Teilnehmer befürchtet, dass die eigenen Arbeitsplätze gefährdet sind. Das ist die höchste Rate seit dem EU-Beitritt 2004.

Gut ein weiteres Drittel rechnet mit keinerlei Veränderung in Bezug auf die eigene Arbeitsplatzsicherheit und nur jeder Fünfte - im letzten Jahr allerdings noch jeder Sechste - glaubt, dass sein Job sicherer geworden ist.

Eine bemerkenswerte Diskrepanz zeigt sich hierbei zwischen Ungarn und Estland: Ungarn ist das einzige Land, in dem die Mehrheit von einer sinkenden Arbeitsplatzsicherheit ausgeht: Mit 66 Prozent stehen die Ungarn auf Rang 1 der Liste der Pessimisten. Estland ist hingegen das einzige Land, in dem über die Hälfte der Befragten von einer erhöhten Arbeitsplatzsicherheit spricht.

In der Fünfjahresperspektive fällt die Einschätzung der Menschen bei fast allen Aspekten etwas freundlicher aus. Mittelfristig sehen die Bürger der EU-Beitrittsländer die Entwicklung der Arbeitsplatzsicherheit, des Gesundheitswesens, des eigenen Lebensstandards und der Korruption im eigenen Land positiv.

In der von GfK Custom Research Worldwide durchgeführten EU-Index-Studie wurden 7.320 Personen in neun Ländern. Dabei wurden Bürger Estland, Lettland, Malta, Polen, der Tschechische Republik, der Slowakei, Slowenien, Ungarn und Zypern befragt. (juh)

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