Handel ist kein Jobtreiber für akademischen Nachwuchs

von Redaktion LZ
Freitag, 30. März 2007
Berufseinsteiger haben derzeit im verarbeitenden Gewerbe die besten Chancen auf einen Job. An zweitletzter Stelle steht die Handelsbranche als Jobtreiber.



Alle Arbeitgeber fordern von Berufseinsteigern Sozialkompetenz und Teamgeist. So das Fazit des "Young Professional Index".

Nach den Ergebnissen der Analyse des Hamburger Personaldienstleisters "Jobs in Time" sind junge Ingenieure zur Zeit bei mittelständischen Unternehmen gefragter denn je. Fast sieben von zehn Betrieben mit bis zu 500 Mitarbeitern suchen derzeit Hochschulabsolventen mit technischen Abschlüssen.

Besonders das verarbeitende Gewerbe befindet sich im Aufwind, jeder zweite Arbeitsplatz für Studienabgänger wird in dieser Branche vergeben.

Besonders gute Karten haben Bewerber, die eine Karriere in der EDV-Branche anstreben, denn fast ein Viertel der Angebote von Konzernen des verarbeitenden Gewerbes kommen von IT-Unternehmen.

Handel schneidet schlechter ab

Erheblich schlechter schneidet der Handel ab, nur knapp jede zehnte Stellenausschreibung stammt aus diesem Zweig. Auch Studienabgänger, die ihre Zukunft im Produktmanagement sehen, können durchaus optimistisch sein.

Jede fünfte Stelle wird für den Bereich der Produktvermarktung ausgeschrieben, jede sechste für Forschungs- und Entwicklungsabteilungen.

Andere betriebswirtschaftliche Arbeitsbereiche wie Qualitätsmanagement, Controlling/Finance und Vertrieb befinden sich laut der Untersuchung auf dem absteigenden Ast. Auf diese Branche entfallen nur 6 Prozent der untersuchten Jobangebote.

Die fachlichen und besonders die sozialen Anforderungen der Arbeitgeber an die Bewerber sind hoch einzuschätzen. Neben der beruflichen Qualifikation achten Unternehmen bei der Jobvergabe immer mehr auf die so genannten Soft Skills.

Demnach sind soziale Kompetenz (85 Prozent) und Teamgeist (68,6) absolute Grundvoraussetzungen für Bewerber. Darüber hinaus wünschen Arbeitgeber Fähigkeiten wie Flexibilität (30,3), analytisches Denken (28 ) und Eigeninitiative (22,6) von den Bewerbern.

Hoch im Kurs stehen IT-Kenntnisse

Aktuell auf das Abstellgleis geraten sind nach dieser Untersuchung Fähigkeiten wie Verantwortungsbewusstsein und Kreativität, die in gerade mal 11 Prozent der Offerten gefordert werden.

Am wenigsten relevant ist mit 4,5 Prozent die Zuverlässigkeit von Bewerbern. Hoch im Kurs stehen dagegen IT-Kenntnisse (60 Prozent der Stellenangebote) und Fremdsprachenfertigkeit (68 Prozent), wobei hier die Mehrheit der befragten Personalverantwortlichen (85 Prozent) auf Englisch setzt.

Für den Young Professional Index wurden Ende 2006 rund 2 400 Online-Stellenangebote von 500 Unternehmen analysiert. (bru)

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