Mehr Praktika für Außenseiter

von Judit Hillemeyer
Freitag, 29. September 2006
Angesichts der Ausbildungsmisere hat die Bundesregierung die im Ausbildungspakt mit der Wirtschaft eingeführten Einstiegspraktika für schwer vermittelbare Jugendliche ausgeweitet.



Auf Vorschlag von Arbeitsminister Franz Müntefering beschloss das Kabinett am Mittwoch, die Zahl der vom Bund bezuschussten Plätze für diese Einstiegsqualifikationen zum 1. Oktober von 25.000 auf 40.000 aufzustocken.

Zudem wird das Sonderprogramm bis 2008 verlängert. Jugendlichen mit besonderen Schwächen solle damit der Zugang in Ausbildung erleichtert werden, erklärte das Arbeitsministerium. Die sechs- bis zwölfmonatigen betrieblichen Praktika hätten sich bewährt.

In fast 60 Prozent der Fälle hätten sie in eine reguläre Ausbildung gemündet. Das Programm wird vom Bund gefördert. Die Jugendlichen erhalten monatlich einen Zuschuss von 192 Euro zum Lebensunterhalt. Zudem übernimmt der Bund einen Anteil an den Sozialbeiträgen in Höhe von rund 100 Euro.

Die Bundesagentur für Arbeit geht nach früheren Schätzungen davon aus, dass die Lehrstellenlücke zum Stichtag 30. September etwas höher ausfallen könnte als im Vorjahr.

Demnach könnten mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres etwa 31.000 Ausbildungsplätze fehlen, damit rechnerisch alle Bewerber versorgt wären. Die Ausbildungsbilanz will die BA am 11. Oktober vorlegen. (juh)

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