Rewe Verständnis im Lager

von Christiane Düthmann
Freitag, 24. Januar 2014
Wo Mitarbeiter aus vielen Nationen zusammenkommen, sind Deutschkenntnisse wichtig. Das gilt besonders in puncto Arbeitssicherheit. Die Rewe West hat mit Sprachkursen für ihre Logistikbeschäftigten gute Erfahrungen gemacht.
Die 1  250 Mitarbeiter der Rewe Region West an den beiden Logistikstandorten Köln-Langel und Koblenz haben 36 verschiedene Nationalitäten. Ein babylonisches Sprachengewirr, das nicht nur die Verständigung der Fahrer, Kommissionierer und Warenbereitsteller untereinander erschwert, sondern auch handfeste Risiken birgt: "Beim Umgang mit Gabelstaplern etwa spielt das Thema Arbeitssicherheit eine große Rolle", nennt Eva Buglowski ein Beispiel.

Der Arbeitgeber sei verpflichtet, die Mitarbeiter mindestens einmal jährlich zu diesem Thema zu unterweisen, so die Referentin Gesundheitsmanagement bei der Rewe. "Sprachverständnis ist hier besonders wichtig." Früher mussten die Führungskräfte oft Mitarbeiter als Dolmetscher heranziehen.

Mittlerweile haben sich die Deutschkenntnisse in der Belegschaft deutlich verbessert. Die Idee, entsprechende Kurse anzubieten, entstand beim Audit Beruf und Familie. 2010 wurden auch die Logistikbereiche zertifiziert. "In diesem Prozess finden Workshops statt, zu denen die Mitarbeiter eingeladen werden. Sie haben den Impuls gegeben", schildert Buglowski die Entstehungsgeschichte.

Kommunikation fördert das Arbeitsklima

Die zeitlich an das Schichtsystem der Logistikmitarbeiter angepassten Kurse begannen 2011. Durchgeführt werden sie von den Carl Duisberg Centren (CDC), mit denen Rewe West bereits länger zusammenarbeitet. Auf etwa 20.000 Euro pro Jahr beziffert Buglowski die Kosten für die Kursgebühren. Die Teilnahme ist freiwillig. Derzeit werden etwa 20 Mitarbeiter einmal wöchentlich für eineinhalb Stunden in ihrer Freizeit unterrichtet.

Als "Hilfe zur sprachlichen Selbsthilfe", beschreibt CDC-Sprachtrainerin Gisela Öhlschläger ihr Konzept. Es soll dazu beitragen, die Teilnehmer autonomer und sicherer in der Fremdsprache zu machen. Wortschatzübungen stehen dabei im Vordergrund.

Die Beschäftigten wollen mit dem Sprachunterricht auch Probleme im zwischenmenschlichen Bereich lösen. Wer die Unterhaltung der Kollegen nebenan nicht versteht, fühlt sich am Arbeitsplatz leicht ausgegrenzt. Ein besseres Verständnis untereinander und eine bessere Kommunikation dagegen wirken sich positiv auf das Arbeitsklima aus.

Das wiederum verstärke die Mitarbeiterbindung, ist Buglowski überzeugt. Kein unwichtiger Aspekt, denn: "Es ist gar nicht so einfach, Mitarbeiter für die Kommissionierung zu finden." Zudem steigern Deutschkenntnisse das Selbstbewusstsein der Kollegen. "Alles in allem fördern wir mit dieser Initiative die Integration."

(cd)

Sie haben Fragen oder Anmerkungen zu diesem Artikel?
Schicken Sie eine Email an die Redaktion.

Hier können Sie die Nutzungsrechte an diesem Artikel erwerben.

Meistgelesen

stats