Betriebliches Gesundheitsmanagement "Interesse an Prävention wächst"

von Julia Wittenhagen
Freitag, 16. Juni 2017
Karsten Vieth: Der Geschäftsführer des Dienstleisters Danova gehört wie Philipp Lahm, Ex-Metro-Vorstand Hans-Joachim Körber und defacto-Gründer Erich Schuster zum illustren Kreis der Gesellschafter.
Karsten Vieth: Der Geschäftsführer des Dienstleisters Danova gehört wie Philipp Lahm, Ex-Metro-Vorstand Hans-Joachim Körber und defacto-Gründer Erich Schuster zum illustren Kreis der Gesellschafter.
Betriebliches Gesundheitsmanagement verfolgt heute viele Ziele: Es erhöht die Arbeitgeberattraktivität, erhält die Arbeitskraft Älterer, gleicht Digitalisierungsstress aus und stärkt die Unternehmenskultur. Danova sorgt für strategische Verankerung.

Herr Vieth, inwiefern ändern sich durch Arbeit 4.0 die Anforderungen an betriebliches Gesundheitsmanagement ?

Die Flut an Informationen, die Tag für Tag auf Mitarbeiter einströmen, ist enorm. E-Mail Anfragen, die steigende Komplexität der Aufgaben und neue Technologien erzeugen bei Mitarbeitern ein Gefühl von steigenden Anforderungen, denen sie trotz Anstrengungen nicht immer gerecht werden können. Stress ist die Folge. Außerdem führt Zeitmangel oft zu schlechter Ernährung. Gleichzeitig steigt das Quantum an sitzenden Tätigkeiten während Arbeit und Freizeit. Der Bewegungsmangel bei den Mitarbeitern nimmt zu, die Anzahl an Einschränkungen und Erkrankungen im Bewegungsapparat ebenfalls.

Wie kann Danova helfen, gegenzusteuern?

Wir untersuchen die Mitarbeiter mit medizinischen Check-ups und Befragungs-Tools, geben ihnen auf dieser Basis individuelle Handlungsempfehlungen an die Hand und begleiten sie kontinuierlich durch Seminare oder persönliche Sitzungen und unser Online-Portal. Was uns auszeichnet, ist das Zusammenspiel aus persönlicher Schulung und digitalen Tools. Nur online erzielt man keine Verhaltensänderungen.

Wie sieht digitales Gesundheitsmanagement konkret aus?

Wir können durch den Einsatz unseres digitalen "Gesundheitskonfigurators" oder des "Quick Checks" zeitnah und kostengünstig passgenaue BGM-Maßnahmen vorschlagen. Diese werden unter bestimmten Voraussetzungen auch von Krankenkassen bezuschusst. Arbeitnehmer können bewegungsorientierte und mentale Fitnessübungen direkt an ihrem Arbeitsplatz durchführen, sogenannte aktive Pausen, welche die Motivation erhöhen und die Leistungsfähigkeit steigern. Zur Stressbegleitung etwa würde idealerweise ein Online-Fitness-Check gehören, eine individuelle Handlungsempfehlung, ein Diplom-Psychologe als Ansprechpartner und die einjährige Begleitung über eine Start-Info-Veranstaltung und persönliche Sessions. Im Bereich Ernährung bieten wir mit dem digitalen "foodcoach" alltagstaugliche Unterstützung an. Er geht auf die Ernährungs-Ziele jedes Einzelnen ein und sorgt mit Ernährungsplänen, Einkaufslisten und Informationsvideos für die Erreichung dieser Ziele. Nicht zu unterschätzen sind spielerische Effekte wie Wissensquizze, Kollegen-Challenges oder Incentives für gesundheitsorientiertes Verhalten. Sie steigern die Nutzungsdauer, Intensität und Frequenz der Maßnahmen.

Inwiefern bieten Sie heute andere Leistungen an als vor fünf Jahren?

Heute werden persönliche Services von Online-Angeboten unterstützt. Diese sind überall und jederzeit kosteneffizient verfügbar. Wichtig: Die Mitarbeiter möchten dabei individuell und nicht als einheitliche Gruppe abgeholt werden und die angebotenen Maßnahmen an einem Ort gebündelt wiederfinden. Unternehmensleitungen suchen nicht mehr nach einem Einzelanbieter mit analogen BGM-Maßnahmen, sondern nach einem analogen und digitalen Systemanbieter, der bestehende Angebote integriert. Wir haben ein solches Portal entwickelt, in das sich eigene und Angebote von Drittanbietern unter einem Dach für die Nutzer an zentraler Stelle finden und aufeinander abstimmen lassen. Das reduziert die Komplexität, senkt Kosten und erhöht die Möglichkeiten der Nutzenbewertung von BGM-Programmen.

Was gehört zu Ihrem Leistungsspektrum?

Wir haben unser Angebot in vier Themen untergliedert: Der Unternehmensleitung bieten wir Analyse und Beratung bei der Auswahl geeigneter BGM-Maßnahmen an sowie hinterher die Erfolgsmessung. Für die Mitarbeiter entwickeln wir individuelle Check-ups und eine Fülle begleitender Maßnahmen.

Ändert sich gerade die Rolle des Betriebssports?

Aktuelle Studien wie "Wearables at Work" belegen, dass sich immer mehr Mitarbeiter BGM-Angebote ihres Arbeitgebers wünschen. Der Betriebssport behält damit seine Berechtigung. Zusätzlich geht es jetzt verstärkt darum, auch die Zielgruppen zu aktivieren, die sich nicht im Betriebssport wiederfinden. Gleichzeitig ist dem Zusammenspiel aller gesundheitsrelevanten Bereiche wie Ernährung, Bewegung und Stress auch mit verknüpfenden Angeboten Rechnung zu tragen.

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