Betriebsübergabe Nachfolgedilemma spitzt sich zu

von Redaktion LZ
Mittwoch, 08. März 2017
Inhaber tun sich schwer, das Unternehmen an die nächste Generation zu übergeben. Nur noch vier von zehn Betrieben werden in der Familie weiter geführt.

Aus Alters- oder Krankheitsgründen suchen jedes Jahr rund 30 000 Unternehmen einen geeigneten Nachfolger, denn 94 Prozent der Betriebe hierzulande befinden sich in der Hand von Einzelunternehmern oder Familien. Doch die Übergabe macht Probleme: Nur vier von zehn Firmen werden von Familienmitgliedern weiter geführt.

Für diese Entwicklung gibt es im Wesentlichen zwei Gründe, stellt das Institut der deutschen Wirtschaft fest. Zum einen fehlt häufig der Nachwuchs, an den der Betrieb weitergereicht werden könnte. Und falls doch, haben Kinder, Enkel und Verwandte andere Berufswünsche. Ein Verkauf scheitert Beobachtungen der IHK zufolge in rund der Hälfte der Fälle an überhöhten Preisvorstellungen.

Weil sich die Nachfolge komplizierter gestaltet als früher, bleiben viele Chefs länger an der Spitze als geplant. So hat die Förderbank KfW festgestellt, dass deutlich mehr Unternehmer ans Rentenalter heranrücken, als noch vor ein paar Jahren: Während 2002 erst 12 Prozent der Mittelständler älter als 60 Jahre waren, sind es mittlerweile 22 Prozent. Jeder Dritte ist bereits älter als 55 Jahre und sollte über einen Übergang nachdenken.

Die Situation spitzt sich durch den demografischen Wandel zu. Zum einen nähern sich die Babyboomer dem Ruhestandsalter. Gleichzeitig sinkt die Zahl potenzieller Jungunternehmer. An den Beratungskursen der IHK nimmt die Beteiligung Interessierter kontinuierlich ab von 8 500 im Jahr 2009 auf nur noch 5 000 in 2015.

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