Workshops beim LZ Karrieretag Bewerber sollen sich vernetzen

von Redaktion LZ
Donnerstag, 03. Juli 2014
"Das Internet ist nicht privat", sagt Thorsten Ebertshäuser, Eurosearch.
T. Fedra
"Das Internet ist nicht privat", sagt Thorsten Ebertshäuser, Eurosearch.
In Zeiten des Web 2.0 gilt es, sich zu vernetzen – gerade im Bewerbungsprozess. Womit Kandidaten punkten und was sie an Gehalt fordern können, verdeutlichen Personalexperten von Eurosearch und Rau Consultants bei zwei Workshops auf dem LZ Karrieretag.
"Es wird immer wichtiger, ein Profil im Internet zu haben, um Unternehmen einen ersten Hinweis auf seine Person zu geben", sagt Thorsten Ebertshäuser. Der Personalberater von Eurosearch empfiehlt, im Hinblick auf den deutschen Markt auf Xing und im internationalen Umfeld auf Linkedin präsent zu sein, um sich möglichst früh ein Netzwerk aufzubauen.

Denn immer mehr Unternehmen gehen selbst aktiv auf potenzielle Bewerber zu, weil sie sonst ihre Spezialistenstellen nicht besetzen können. "Sie vertreten eine Generation, die von den Arbeitgebern dringend gesucht wird", spricht Ebertshäuser sein Auditorium direkt an.

In den Business-Netzwerken gelingt es auch, den Bewerbungsprozess umzukehren: "Sie können Interesse bekunden und jemanden einladen, sich mit Ihnen in Verbindung zu setzen", verdeutlicht der Berater. Gleichzeitig mahnt er, aufmerksam mit den sozialen Netzwerken umzugehen: "Ein Klick und alles ist live und online – das kann auch Nachteile mit sich bringen."

Bewerber sollen sich bewusst machen, dass alles, was veröffentlicht wird, auch bleibt. "Es gibt kein privates Internet", so Ebertshäuser. Deshalb sei es wichtig, sich intensiv mit den Privatsphäre-Einstellungen auseinanderzusetzen.

"Nicht unter 30 000 Euro", empfiehlt Matthias Hennig, Rau Consultants.
T. Fedra
"Nicht unter 30 000 Euro", empfiehlt Matthias Hennig, Rau Consultants.
Im parallel stattfindenden Workshop geht es um praktische Tipps zu Berufseinstieg und Vergütung. Referent Matthias Hennig empfiehlt den Neulingen in erster Linie, flexibel zu sein: "Am Anfang der Karriere sollte man in Bezug auf den Ort nicht wählerisch sein", rät der Personalberater von Rau Consultants.

Gleichzeitig sollten sich die Absolventen fragen, ob ein mittelständisches Unternehmen oder ein Großkonzern besser den eigenen Karrierevorstellungen entspricht. Dies sei häufig eine wegweisende Entscheidung.

Das Gehalt steigt mit selbstbewusstem Auftreten

Der erste Job bedeutet auch immer, das erste Mal das Gehalt zu thematisieren. Im Bewerbungsgespräch würde Henning die Frage nach der Vergütung allerdings nicht stellen. In der Regel übernehmen die Arbeitgeber diesen Part, so der Experte. Grundsätzlich hänge der Erfolg bei einer Gehaltsverhandlung nicht nur von fachlichen Voraussetzungen ab, sondern auch von persönlichen, wie etwa einem selbstbewussten Auftreten.

Als grobe Richtschnur stellt Hennig klar: "Jeder, der studiert hat, sollte nicht unter 30.000 Euro verdienen." Bei einem großen Unternehmen liege das durchschnittliche Einstiegsgehalt mit einem Master-Abschluss zwischen 39.000 und 45.000 Euro. Kleinere Unternehmen zahlen meist weniger. Auch der Standort spielt für das Gehalt eine Rolle: In Großstädten liegt die Vergütung höher als auf dem Land.

Wer seinen Job bereits in der Tasche hat und eine Gehaltserhöhung aushandeln will, sollte Buch über die eigenen Tätigkeiten und Erfolge führen. "Allerdings muss man darauf gefasst sein, dass der Chef im nächsten Jahr eine Mängelliste führt", ergänzt Hennig mit einem Augenzwinkern.

(lin/ln)

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