Bonuszahlungen im Visier der Arbeitgeber

von Judit Hillemeyer
Freitag, 27. Februar 2009
Geld
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Ein Großteil der Unternehmen in Deutschland lässt sich durch die öffentlich skizzierten Risiko-Szenarien für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung nicht beirren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Frankfurter Unternehmensberatung Towers Perrin.



Im internationalen Vergleich gehen die hiesigen Unternehmen mit Ausnahme der Banken von moderaten Auswirkungen auf Personalkosten und -bestand aus, heißt es bei der Unternehmensberatung Towers Perrin.

Im Mittelpunkt stehen Einstellungsstopps und weniger der großflächige Personalabbau, sagt ein Sprecher.

Das liebe Geld: Vergütungssysteme bleiben auch in der Krise stabil.

Ähnlich werden die Implikationen auf die Vergütungssituation bewertet. So kalkulieren die Unternehmen auch für das kommende Jahr mit Gehaltserhöhungen, wenngleich sich die Budget-Prognosen für Grundgehaltserhöhungen inzwischen auf etwas mehr als zwei Prozent halbiert haben. Aufgrund des guten Geschäftsjahres 2008 werden die Bonus-Auszahlungen noch nicht drastisch sinken.

Bei einer branchenspezifischen Sicht zeigt sich ein sehr heterogenes Bild. Nullrunden kommen in allen Wirtschaftszweigen vor, wenngleich sie noch kein mehrheitlich genutztes Instrument darstellen.

Bonuszahlungen reduzieren

Hinsichtlich der Bonusentwicklung sei generell festzustellen, dass keine der betrachteten Branchen von Einschnitten verschont bleibt, allerdings fallen diese bei weitem nicht so deutlich wie bei den Finanzinstituten aus. Vor allem die Konsumgüterproduzenten (FMCG) wollen in diesem Jahr ihre Bonuszahlungen reduzieren (58 Prozent der Studienteilnehmer).

Das Ausmaß der Krise und ihre gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen sind derzeit noch nicht vollends absehbar. Das lässt Unternehmen in ihren Personal-Management-Maßnahmen zurückhaltend reagieren.

"Sollte sich die Krise verschärfen, werden aber nicht alle den bisherigen Kurs zu Gunsten langfristiger Wachstumsaussichten durchhalten können und beispielsweise wieder auf Frühverrentungsmodelle zum sozialverträglichen Personalabbau zurückgreifen," erläutert Dr. Heiko Weckmüller, bei Towers Perrin Experte für personalstrategische Fragestellungen.

#Der Berater weist darauf hin, dass ein konjunktureller Aufschwung nach der Krise mit dem demographisch bedingten Rückgang des Fachkräfteangebots zusammenfallen wird. (juh)

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