Gütesiegel für Rewe-Tochter

von Judit Hillemeyer
Freitag, 07. Dezember 2007
Die Betriebsstätte der Rewe-Tochter Brandenburg, Timmendorfer Strand, hat ein Arbeitsschutz-Management-System eingeführt, um den Betriebsablauf sicherer zu gestalten. Dafür wurde sie von der Fleischerei-Berufsgenossenschaft mit dem Gütesiegel "Sicher mit System" ausgestattet.



Als Grundlage diente das Programm der Mainzer Fleischerei-Berufsgenossenschaft (FBG) in Mainz. Dessen Auditierung im September bildet den Abschluss eines Prozesses, in dem alle Abläufe unter Beteiligung der Mitarbeiter gestrafft und strukturell neu gestaltet wurden. "Der mit dem Gütesiegel verbundene Vertrauens- und Imagegewinn wird sich langfristig bei Kunden, Banken und Versicherungen auszahlen", hofft Betriebsleiter Bernd Arnold. Die Produktionsstätte in Timmendorfer Strand ist eine von insgesamt fünf fleischverarbeitenden Betrieben der Rewe Group.

Bisher wurden in Deutschland 20 von insgesamt 20.000 Betrieben des Fleischereihandwerks mit dem Gütesiegel der Mainzer Fleischerei-Berufsgenossenschaft FBG ausgezeichnet. Um das Gütesiegel zu erhalten, wird ein Betrieb fünf Jahre lang kontinuierlich analysiert und geprüft. Im riskanten Fleischereigewerbe zählte die deutsche Statistik im vergangenen Jahr im Mittel 78 Unfälle gemessen an 1.000 Mitarbeitern.

Für die Brandenburger Produktionsstätte in Norddeutschland hat die FBG, gemessen an der 1.000-Mann-Quote, für 2006 einen Wert von 36,3 ermittelt. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 400 Arbeitnehmer, inklusive Verwaltung und Reinigungspersonal, davon sind rund 300 Stammmitarbeiter.

"Ein Prozess für mehr Sicherheit und Arbeitsschutz dauert lange und ist eigentlich nie abgeschlossen", sagte Brigitte Warmbier. Sie ist Fachkraft für Arbeitssicherheit und Unfallverhütung bei Brandenburg in Norddeutschland. Ende der 80er Jahre sei die Unfallquote in dieser Branche noch wesentlich höher gewesen, weiß Warmbier aus Erfahrung. Diesen Status quo wollte das Unternehmen nicht konservieren.

Mit Unterstützung der Geschäftsleitung sei es gelungen, die Unfallquote im Werk Timmendorfer Strand bis heute sukzessive zu reduzieren. Dabei habe es sich nicht in erster Linie um monetäre Beweggründe gehandelt. "Wenn Unfälle passieren, hat das immer mit Leid und Kummer zu tun", betonte Warmbier.

Gefahrenanalysen haben dem Unternehmen den ersten Überblick bezüglich der Knackpunkte verschafft. Jeder Mitarbeiter kenne die Schwachstellen seines Jobs am besten. Zusammengetragen wurden alle Arbeitsbedingungen wie Mosaiksteinchen - von der Produktionslinie, über den Versand bis in die Verwaltung. Entstanden ist ein transparentes Bild.

Von Anfang an stand die Frage der Schutzkleidung im Raum. "Erreicht haben wir das konsequente Tragen der Arbeitskleidung, indem sich unsere Mitarbeiter ihre persönliche Schutzkleidung (PSA) je nach Arbeitsplatz individuell aussuchen können", erklärt Warmbier.

Vom Schutzhelm, über Gehörschutz, Schutzbrillen, wärmende Kleidung, verschiedenste Handschuhe bis hin zu den Schuhen dürfen sie unter zahlreichen Modellen auswählen. Es wird kein bestimmtes Outfit vom Arbeitgeber vorgeschrieben. "Das Selbstauswählen ist ein großes Plus", betont die Fachkraft weiter.

Hinzu kommen regelmäßige Informationen und Unterweisungen. Natürlich laufe nie alles ganz glatt, weiß auch Warmbier. Deshalb sei es notwendig, dass sich alle Mitarbeiter auch untereinander auf Fehlverhalten wie falsches Tragen und Heben aufmerksam machen.

Darauf sollen vor allem verstärkt die Vorgesetzten achten. Das Thema Arbeitsschutz und Sicherheit sei nach konsequenten Bemühungen bei allen Mitarbeitern und Führungskräften angekommen. (juh)

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