LZ Karrieretag Brückenschlag in den Beruf

von Redaktion LZ
Donnerstag, 03. Juli 2014

 
Was haben Handel und Industrie dem akademischen Nachwuchs zu bieten? Beim sechsten LZ Karrieretag in Frankfurt nutzen zwei Dutzend Unternehmen die Chance, sich der begehrten Zielgruppe von ihrer besten Seite zu zeigen. Rund 450 Teilnehmer besuchen die Recruiting-Veranstaltung.

Quer durch das Foyer des Casino-Gebäudes auf dem Campus Westend der Frankfurter Goethe-Uni windet sich die Schlange der Studenten, die sich einen Termin für den Bewerbungsmappencheck sichern wollen. Neben den fünf Expertenvorträgen, den elf Ausstellersessions und den Ständen der Unternehmen ist das praktische Feedback von erfahrenen Personalberatern auch in diesem Jahr beim LZ Karrieretag gefragt. "Der Bewerbungsmappencheck ist sehr hilfreich", sagt etwa die 25-jährige Natalie S., die sich nach ihrem Master in Business Administration einen Start in der Konsumgüterwirtschaft wünscht.

Potenzielle Arbeitgeber entdecken

Den klaren Branchenfokus der Veranstaltung lobt Rosa S. Sie studiert International Business an der dualen Hochschule Mannheim und "findet es gut, dass beim Karrieretag "nur relevante FMCG-Unternehmen zu sehen sind". Sebastian W. nutzt die Gelegenheit, auch mit Unternehmen in den Dialog zu treten, die er noch nicht auf seinem Radarschirm hatte. "Jetzt habe ich dort direkte Ansprechpartner und muss mich nicht anonym bewerben", freut sich der 24-jährige BWLer.

Fabian F., Masterstudent Marketing & Sales (28), nutzt das Jobboard für die Suche nach einem Direkteinstieg in die Branche. "Dort kann man in Ruhe schauen, was derzeit an Stellen angeboten wird."

Professionell und gut vorbereitet – so lautet das einhellige Urteil vieler Aussteller über die Nachwuchskräfte, die sich an ihren Ständen informieren. "Hier herrscht Klasse statt Masse", heißt es es etwa bei Aldi Süd. Man habe bereits mit "einigen hochkarätigen Kandidaten" gesprochen. Die in farbenfrohe T-Shirts gekleidete Standbesatzung von Reckitt Benckiser berichtet über "erfreulich viele Anfragen" nach Praktika und Traineeplätzen.

Händler zeigen sich bodenständig

Etliche Aussteller haben Top-Manager nach Frankfurt entsandt. So können sich die Absolventen bei Unilever mit Alexandra Heinrichs unterhalten, Vice President Human Resources für die Region D-A-CH. Sie lässt es sich nicht nehmen, in der Unternehmenssession selbst Karrierewege und Firmenkultur zu erläutern.

Bei Kaufland steigt Einkaufschef Georg Gorki in den Ring, um die Bodenständigkeit des Großflächendiscounters zu unterstreichen: "Wir gehören nicht zu den Unternehmen, die rosarote Wolken in den Himmel malen."

Auf der Expertenbühne geben fünf Top-Manager Einblicke in ihre Unternehmen. Den Anfang macht Volkmar Schwenk, Leiter Trade Marketing bei Ferrero. Er beschreibt, mit welchen innovativen Methoden der Süßwarenkonzern daran arbeitet, das Einkaufserlebnis im Markt zu steigern, "damit der Kunde wiederkommt". Und wie er dazu mit dem Handel kooperiert – denn: "Allein geht da gar nichts."

Top-Manager berichten aus der Praxis

Das findet auch Gerald Hübner, Sales Director bei Danone. Nur durch Kooperation lasse sich im Category Management eine Win-Win-Situation erzeugen. Mit Globus etwa testet das Unternehmen schwarz lackierte Regale, in denen Molkereiprodukte besonders vorteilhaft zur Geltung kommen.

Dominik Scheid, seit diesem Monat Geschäftsführungsmitglied bei Globus, bringt dem Auditorium den Einkauf nahe. "Man muss seine Kunden und Mitarbeiter mögen, braucht Leidenschaft für Ware und Konsequenz im Denken und Handeln", beschreibt er die Erfolgsfaktoren für eine Karriere bei dem SB-Warenhausbetreiber.

Gleich zwei Referenten bringen den Studenten die Oetker-Gruppe als Arbeitgeber näher. Frank van Fürden, Henkell-Geschäftsführer für Verkauf, Marketing und Logistik, zeigt erfolgreiche Line-Extensions am Beispiel Mionetto. "Man wird schnell kopiert und darf nie müde werden", stellt er Innovation als permanente Aufgabe dar.

Inspiration für den Berufseinstieg

Angesichts enormer Flopraten neuer Produkte komme es darauf an, dem Verbraucher Angebote zu machen, die dieser als "wirklich relevant" wahrnehme. Martin Reintjes, Geschäftsführer Verkauf bei Dr. Oetker, schildert anhand seines Lebenslaufs die internationalen Herausforderungen des Markenartikel-Business.

Nach allen Vorträgen ist viel Raum für lebhafte Diskussionen eingeplant. Mehrfach kommt dabei die Frage auf, wie man denn am besten ins Unternehmen einsteigen kann. Der Brückenschlag zur jungen Zielgruppe ist offensichtlich geglückt.

 

(cd/lin/ln)

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