Vorständen fehlt die Weitsicht

von Judit Hillemeyer
Mittwoch, 22. September 2004
Die Vorstände von mehr als einem Drittel der europäischen Firmen verfügen über keine unternehmensweite Sicht auf ihre Kern-Geschäftsprozesse. So die von FileNet, einem Anbieter von Enterprise Content Management (ECM)-Lösungen, in Auftrag gegebene Umfrage der Economist Intelligence Unit.



Dennoch glauben 96 Prozent der befragten Unternehmenslenker, dass zwischen Prozessmanagement und Profitabilität ein eindeutiger Zusammenhang besteht. In 76 Prozent der Firmen sind verschiedene Fachbereichs-Manager für Prozessmanagement verantwortlich.

Von diesen Line-of-Business-Managern wird Zusammenarbeit erwartet, damit sich Verbesserungen in einem Teil der Organisation nicht negativ auf einen anderen Unternehmensbereich auswirken. Für die Zusammenarbeit existieren allerdings häufig keine formalen Prozeduren.

Lediglich 10 Prozent der Vorstände haben laut Economist-Umfrage eine ausreichende Sicht auf ihre Geschäftsprozesse, um schnell und angemessen auf externe Veränderungen reagieren zu können. 41 Prozent gaben an, dass sie mit Veränderungen verbundene Risiken auf keinerlei systematische Weise managen, was potentiell zu Ineffizienz, Unzufriedenheit der Kunden und operativen Risiken führe.

Dezentralisierung verbreitet

"In vielen Unternehmen ist Prozessmanagement allerdings noch immer dezentralisiert und basiert auf einem Ausschnitt des Gesamtbildes", stellt Stephan Van Herck, Vice President (Europe-Middle East-Africa) bei FileNet, fest.

Zwar zeige die Studie, dass in den Chefetagen der Zusammenhang zwischen Prozessen und Profitabilität erkannt wurde. Gefragt sei daher die Integration der verschiedenen Abteilungen einer Organisation.

"Es überrascht nicht, dass viele Firmen Business Process Management-Werkzeuge als geeigneten Weg zur unternehmensweiten Analyse und Optimierung ihrer Operationen sowie zum Risikomanagement sowohl interner als auch externer Veränderungen betrachten."

55 Prozent der befragten Unternehmen testen zur Zeit Business Process Management-Werkzeuge. Als erwartete Vorteile am häufigsten genannt wurden eine Verbesserung des Kundenservice sowie eine Reduzierung der operativen Kosten.

Im Auftrag von FileNet hat die Economist Intelligence Unit 118 Unternehmensvorstände in 14 europäischen Ländern über ihre Sicht des Themas Business Process Management (BPM) befragt.

Die Studie untersucht, wie europäische Unternehmensführungen ihre Geschäftsprozesse sowie die damit verbundenen Risiken managen und welche Vorteile sie sich von BPM versprechen.

Die komplette Studie ist kostenlos unter www.filenet.com/bpmjetzt erhältlich. (juh)

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