Le Crobag arbeitet multikulturell

von Judit Hillemeyer
Freitag, 31. Oktober 2008
Foto: Crobag
Foto: Crobag
Bei dem Backwarenspezialist Le Crobag schaffen es Deutsche mit Migrationshintergrund, aber auch Ausländer in die Managementebene.



Das Hamburger Unternehmen unterhält mit rund 1.000 Mitarbeitern 120 Shops in Deutschland. Ziel ist es, 2009 weiter in Europa zu expandieren. Geplant sind zehn neue Filialen, darunter drei City-Spots (Filialen, die nicht im Bahnhof, sondern im Stadtzentrum zu finden sind). Im Ausland ist das Unternehmen bisher nur in Österreich aktiv.

Teamarbeit: Bei Le Crobag haben auch Migranten Chancen auf Führungspositionen

Die Personalstruktur ist für den Arbeitgeber eine Herausforderung: Ein Großteil der Beschäftigten ist zwischen 16 und 30 Jahre alt, überwiegend weiblich und zur Hälfte ethnischer Herkunft. Ein hoher Anteil der Mitarbeiter mit ausländischem Hintergrund ist auf der Management- und Zentralebene beschäftigt.

"Ich bin sehr stolz auf unsere Personalentwicklungsarbeit, die uns ermöglicht, Mitarbeiter mit ethnischer Herkunft, insbesondere in den Führungsebenen, zu fördern", sagt Geschäftsführerin Friederike Stöver. Voraussetzung ist "eine nachhaltige Führungskultur, die einen respektvollen und nachvollziehbaren Führungsprozess sicherstellt".

Sprachfertigkeit ist wichtig

Entwickelt und durchgeführt werden Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter mit unterschiedlichem Weiterbildungsbedarf. Ein Kommunikations- und Führungstraining setzt jedoch eine "gewisse Sprachfertigkeit voraus". Förderprogramme gibt es bisher nicht.

Die gebürtige Brasilianerin Adriana Bogdan ist seit sieben Jahren Gebietsverkaufsleiterin. Sie ist für acht Filialen im Ruhrgebiet sowie für zwei in Hamburg verantwortlich. Ihre Karriere bei Le Crobag begann 1999.

Nach kurzer Einlernzeit und der Arbeit als Verkäuferin übernahm sie nach einem Jahr eine Hamburger Filiale als Shopleiterin. An diesem Standort leitete Bogdan eine Ausbildungsfiliale zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter mit Sprachbarrieren. Von 2001 bis 2002 war sie Trainerin in der Zentrale. Gleichzeitig unterstützte sie die Gebietsverkaufsleiter in verschiedenen Filialen, so auch in der neuen Filiale Düsseldorf.

Eingeschlagene Karrierewege

Es folgte der Schritt zur Gebietsverkaufsleiterin. "Ich habe die Herausforderung angenommen und in kürzester Zeit enorme Umsatzsteigerungen erzielt. Neben sieben männlichen, erfahrenen Gebietsverkaufsleitern war ich damals die einzige Frau."

Einen vergleichbaren Karriereweg hat der aus Persien stammende Reza Hassanzadeh eingeschlagen. Nachdem er eine Umschulung zum Hotelfachmann beendete und Pächter eines Cafés war, nahm er 1995 seine Arbeit bei Le Crobag als Shopleiter für eine Filiale in Hamburg-Harburg auf.

Knapp zwei Jahre später wurde er parallel zu seiner bisherigen Tätigkeit Leiter für einen weiteren Shop in Hamburg. Als selbstständiger Lizenzpartner war er von Anfang 1996 bis Ende 1999 tätig. Seit 2000 ist Hassanzadeh Gebietsverkaufsleiter Nord. Er betreut drei Filialen in Bremen und 11 in Hamburg sowie das neue Konzept City-Shop. Filialebene:

Le Crobag zählt mehr als 1 000 Mitarbeiter, rund die Hälfte sind Deutsche, 15 Prozent mit Migrationshintergrund, 35 Prozent Ausländer

 

Führungskräfte

Auf der Filialebene sind 60 Prozent der Führungskräfte Deutsche, 26 Prozent haben einen Migrationshintergrund, und 14 Prozent sind Migranten

 

Lizenzpartner

Davon sind 63 Deutsche, 37 Prozent solche mit Migrationshintergrund

 

Gebietsverkaufsleiter

Das sind 12,5 Prozent Migranten, 62,5 Prozent Deutsche, und ein Viertel davon hat einen Migrationshintergrund (juh)

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