Deutsche Chefs vertrauen ihren Mitarbeitern

von Judit Hillemeyer
Freitag, 07. Juli 2006
Deutsche Führungskräfte glauben an die Integrität ihrer Mitarbeiter. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Akademie für Führungskräfte (Überlingen/Bad Harzburg) unter 350 deutschen Managern. Deutsche Chefs vertrauen ihren Mitarbeitern - und die Mitarbeiter vertrauen ihrem Chef.



Das hat eine Studie "Auf gut Glück oder alles unter Kontrolle: Wie vertrauen deutsche Manager?" der Akademie für Führungskräfte ergeben. So sprechen 82,2 Prozent aller Befragten, die einer Führungskraft unterstellt sind, ihrem Vorgesetzten das Vertrauen aus. 21,1 Prozent betonen sogar, dass sie dem Chef "in jeder Hinsicht" vertrauen.

Aber auch die Chefs haben keine Zweifel an der Integrität ihrer Mitarbeiter: 90,7 Prozent sagen, dass sie sich voll auf ihre Teams verlassen. Nur 9,3 Prozent räumen ein, "eher weniger" zu vertrauen.

Der direkteste Weg zum Vertrauen der Mitarbeiter führt über das persönliche Gespräch: 97,7 Prozent bewerten ein solches als "wichtig" oder "sehr wichtig" für den Aufbau einer Vertrauenskultur im Unternehmen.

Außerdem schätzen die Führungskräfte das Instrument der Zielvereinbarung, um das Vorgesetzten-Mitarbeiter-Verhältnis auf eine vertrauensvolle - und nachvollziehbare - Basis zu stellen. Dementsprechend halten 88,4 Prozent Zielvereinbarungen für "wichtig" bis "sehr wichtig".

Gründe für Vertrauensverlust

Auf Platz drei der "vertrauensbildenden Maßnahmen" steht die Definition eines Leitbildes, das die Unternehmenswerte, Spielregeln und das Selbstverständnis festschreibt. 82,8 Prozent halten es für wichtig bis "sehr wichtig". Allerdings geben nur 67 Prozent an, dass ihr Unternehmen über ein Leitbild verfügt.

Wenn es zu Störungen im Vertrauensverhältnis kommt, suchen die meisten Führungskräfte nach eigenen Angaben die Ursachen bei sich selbst. 93,3 Prozent sind der Meinung, dass eigene Unsicherheit dazu beiträgt, dass Führungskräften das Vertrauen in ihre Mitarbeiter fehlt. 67,4 Prozent glauben, dass Vorgesetzte vor allem deshalb nicht vertrauen können, weil sie Abhängigkeit und Machtverlust befürchten.

Die Akademie fragte in ihrer Untersuchung nicht nur nach den persönlichen Eigenschaften und Handlungsweisen, die Vertrauen schöpfen lassen, sondern auch, was es zerstören kann. Ergebnis: Am allerschnellsten lässt sich Vertrauen durch die Weitergabe vertraulicher Informationen zerstören.

Auch abwertende Äußerungen über Mitarbeiter wirken in diese Richtung. Wichtig ist den Managern eine offene und stringente Kommunikation. Vertrauenshemmend wirken dementsprechend widersprüchliche und missverständliche Botschaften. (juh)

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