Schlachter sollen Lohn nachzahlen

von Judit Hillemeyer
Freitag, 02. Juli 2004
Lohnnachzahlungen von 850 000 Euro fordert die Gewerkschaft Nahrung Genuss und Gaststätten (NGG) von vier Zerlegebetrieben für 22 rumänische Arbeiter. D & S Fleisch, Gausepohl, Barfuß und Fleischkrone sollen zwischen 1999 und 2004 die rumänischen Arbeiter wechselseitig beschäftigt haben.

Inklusive Steuern und Sozialversicherung beläuft sich die Forderung auf rund 1,7 Mio. Euro. Sollten die Firmen der Zahlungsaufforderung bis zum 5. Juli 2004 nicht nachkommen oder keine Einigung anstreben, würden die ausstehenden Löhne gerichtlich eingeklagt, so NGG-Geschäftführer Matthias Brümmer.

Trotz des vereinbarten monatlichen Nettolohns von 1.500 Euro für acht Stunden Arbeit pro Tag hätten die Rumänen für täglich 17 Stunden Arbeit nur 1 050 Euro erhalten. Davon seien Miete und Strom abgezogen worden.

Wenn einer der Arbeitnehmer im nahe gelegenen Einkaufscenter des Diebstahls überführt wurde, seien Arbeitnehmer mit je 100 Euro Gehaltsabzug in Kollektivhaftung genommen worden.

Die Rumänen gehören zu rund 1 000 Arbeitern, wegen deren Einschleusung und illegaler Beschäftigung derzeit gegen den Subunternehmer Wilfried Ideke und zwei Geschäftsführer von D & S Fleisch vor dem Oldenburger Landgericht verhandelt wird.

Die Rumänen befinden sich mittlerweile in ihrer Heimat. Sie blieben deshalb so lange in Deutschland, weil sie durch den mutmaßlichen Schleuser eingeschüchtert worden seien. (juh)

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