Wissen der Älteren zu wenig genutzt

von Judit Hillemeyer
Freitag, 14. Dezember 2007
Die Erfahrung pensionierter Mitarbeiter ist in deutschen Unternehmen nicht gefragt. Das ist das Ergebnis einer internationalen Umfrage der Online-Jobbörse Stepstone an der sich in Deutschland 5.472 Menschen beteiligten.



Demnach gaben 70 Prozent der Befragten an, dass ältere Mitarbeiter nach dem Ausscheiden aus ihrem Unternehmen dort keine Rolle mehr spielen. Lediglich 22 Prozent der Unternehmen binden pensionierte, ehemalige Mitarbeiter in aktuelle Unternehmensentscheidungen ein. Weitere 8 Prozent denken momentan verstärkt darüber nach.

"Der aktuell viel diskutierte Fachkräftemangel in Deutschland und Europa wird künftig durch den demographischen Wandel sicherlich verstärkt zum Tragen kommen", so Frank Hensgens, Vorstand der Stepstone Deutschland AG.

"In Zeiten des globalen Wettbewerbes können wir es uns nicht mehr erlauben, hoch qualifiziertes Wissenspotenzial im Ruhestand brach liegen zu lassen", findet Steffen Haas, Geschäftsführer der Initiative "Erfahrung Deutschland". Die besten Köpfe sollten unabhängig von ihrem Alter Zugang zur Wirtschaft haben - aus ökonomischer Notwendigkeit.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit der Vernachlässigung von pensionierten Fach- und Führungskräften im Trend. So verzichten 72 Prozent der europäischen Unternehmen auf die Einbindung von qualifizierten Arbeitskräften, die sich derzeit im Ruhestand befinden. Nur 19 Prozent beziehen diese mit ein. Am wenigsten einbezogen werden die älteren Fach- und Führungskräfte in Frankreich. Dort gaben 85 Prozent der Befragten an, dass in ihrem Unternehmen Manager im Ruhestand keine Rolle spielen. (juh)

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