Vorurteile gegenüber Älteren

von Judit Hillemeyer
Freitag, 26. Mai 2006
Der demographische Wandel wird immer deutlicher zum Thema in deutschen Unternehmen. 12 Prozent haben bereits einen Demographiebeauftragten.



Zwei Drittel der Befragten sehen in der demografischen Entwicklung eine der größten zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen. Berufseinsteiger sind dagegen kaum informiert. Das ergab eine Studie der DIS AG. Befragt wurden von tns emnid zirka 1.000 Unternehmen und ebenso viele Erwerbspersonen.

Laut der Untersuchung ergreifen Unternehmen jedoch erst wenig aktive Maßnahmen. Ältere Beschäftigte werden in den meisten Unternehmen weder gesondert gefördert noch bevorzugt eingestellt.

Dennoch investieren bereits 12 Prozent in einen Demografiebeauftragten. Zum Vergleich: Nach Schätzung des Bundesfamilienministeriums haben nur knapp über die Hälfte aller Unternehmen einen Frauenbeauftragten.

"Ein Demographiebeauftragter in Unternehmen ist der richtige Schritt. Ein Ansprechpartner für die Belange älterer Arbeitnehmer, der gleichzeitig Spezialist in Sachen Weiterbildung und Personalentwicklung ist, wird von entscheidendem Vorteil für Unternehmen und die Motivation sowohl der älteren Mitarbeiter als auch der Berufseinsteiger sein," so Dieter Scheiff, DIS-Vorstandsvorsitzender.

Die junge Generation hat dagegen das Bewusstsein, dass sie viel mehr als alle anderen von den Auswirkungen auf einem sich verändernden Arbeitsmarkt betroffen sein werden, noch nicht in allen Punkten erreicht.

Nur 35 Prozent erwarten eine längere Lebensarbeitszeit, 31 Prozent eine schlechtere finanzielle Absicherung und fast jeder Fünfte (23 Prozent) weiß nicht, welche Auswirkungen der demografische Wandel auf ihn persönlich haben könnte.

Gefragt nach den Wünschen der Berufseinsteiger steht sowohl bei Studenten als auch bei Auszubildenden der sichere Arbeitsplatz (91 bzw. 98 Prozent) und das gute Gehalt (81 bzw. 90 Prozent) weit vorn. Auszubildende wünschen sich hingegen zu fast zwei Dritteln (64 Prozent) "einen Arbeitgeber fürs Leben", die 38,5 Stunden-Woche (60 Prozent) und einen möglichst frühen Eintritt in die Rente (35 Prozent).

Im Mittelpunkt der Befragung der Erwerbspersonen standen auch Vorurteile, Zukunftsängste und die Einschätzung des eigenen Arbeitsalltags: Als vorrangige Hinderungsgründe für die Einstellung von über 45jährigen Beschäftigten gelten für 39 Prozent der Erwerbspersonen Krankheit bzw. Krankheitsanfälligkeit.

Bereits an Platz zwei folgen mit 27 Prozent höhere Gehaltskosten. Gängige Vorurteile werden damit jedoch nur zum Teil bestätigt. Denn: Eine mögliche geringere Belastbarkeit (9 Prozent), mangelnde Mobilität (7 Prozent) oder geringere Leistungsfähigkeit (6 Prozent) spielen eine untergeordnete Rolle. (juh)

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