Deutsche sind nicht billig zu haben

von Judit Hillemeyer
Freitag, 19. Oktober 2007
Die Industrie in Westdeutschland muss im Vergleich zu den meisten Konkurrenzländern einen erheblichen Kostennachteil verkraften. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Arbeitskosten im westdeutschen Verarbeitenden Gewerbe im Schnitt auf 33,59 Euro je Arbeitnehmerstunde.



Das war laut des Instituts der deutschen Wirtschaft, Köln, der weltweit dritthöchste Wert nach Norwegen (38,07 Euro) und Belgien (34,19 Euro). Dagegen können große Wettbewerber wie die USA, Japan, Großbritannien und Italien mit Arbeitskosten zwischen 20 und 26 Euro je Stunde kalkulieren.

Im östlichen Teil der Europäischen Union ist eine Arbeitsstunde sogar für maximal 7 Euro zu haben. Nach wie vor billiger als die West-Unternehmen produzieren mit 19,76 Euro je Stunde die ostdeutschen Industriebetriebe.

Zudem stiegen die Arbeitskosten dort im Jahr 2006 mit 2,4 Prozent langsamer als im Westen (plus 2,8 Prozent).

Generell versucht das deutsche Verarbeitende Gewerbe, seine Kosten durch die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern zu reduzieren. Doch auch wenn dieses Outsourcing die industriellen Arbeitskosten um 3,4 Prozent oder 1,10 Euro je Stunde verringert, ändert sich am internationalen Ranking wenig.

So ist Deutschland insgesamt unter Einbeziehung der Vorleistungen mit 30,93 Euro der fünftteuerste Industriestandort in Europa.

Andere wichtige Exportländer wie Großbritannien und Irland haben weiterhin einen Arbeitskostenvorteil von 5 bis 6 Euro pro Stunde. (juh)

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