Stellensuchende wenig mobil

von Judit Hillemeyer
Freitag, 27. Oktober 2006
Das Klischee vom arbeitssuchenden Nomaden: Fast 60 Prozent der bundesdeutschen Stellensuchenden bevorzugen eine Tätigkeit in Deutschland.



Gut 13 Prozent favorisieren dagegen eine Arbeitsstelle in Westeuropa, gefolgt von Australien (9,4 Prozent), Nordamerika (7,2 Prozent) und Asien (4 Prozent). Das ist ein Ergebnis der Studie "Bewerbungspraxis 2007", die das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg in Zusammenarbeit mit dem Online-Stellenportal Monster Worldwide durchgeführt hat.

Ein Viertel aller Teilnehmer möchte möglichst innerhalb der Grenzen des eigenen Landkreises oder der eigenen Stadt beschäftigt sein.

Einige Berufsgruppen sind mobiler als andere. Knapp 48 Prozent aller Teilnehmer der Umfrage aus der Consulting-Branche und immerhin noch 43,5 Prozent der Befragten aus naturwissenschaftlichen Berufen können sich einen internationalen Einsatz vorstellen.

Beschäftigte aus technischen Berufen sowie aus Marketing und PR würden sich zu 62,2 Prozent beziehungsweise 54,5 Prozent deutschlandweit auf Jobsuche begeben.

Eine erstaunlich geringe Mobilität zeigen die Fachrichtung IT/Telekommunikation und die medizinischen Berufe. Während im IT-Bereich 63 Prozent nur innerhalb ihres Bundeslandes nach einer neuen Stelle Ausschau halten, beschränken sich knapp 30 Prozent der Teilnehmer aus medizinischen Berufen sogar auf den eigenen Landkreis.

Karrierestau beflügelt

Mit zunehmendem Karrierestatus der Befragten steigt die Mobilität. Immerhin knapp 50 Prozent der Studienteilnehmer aus der Geschäftsführung sind bereit, auch international zu arbeiten, bei den langjährigen Angestellten sind es dagegen nur gut 20 Prozent.

Mobiler als es der Karrierestatus erwarten lässt, sind lediglich die Studenten. Knapp 40 Prozent aller Befragten geben an, auch international bei der Wahl ihres Standortes unabhängig zu sein.

Am geringsten ist die Mobilität bei Schülern, Azubis und Arbeitslosen, wenngleich 58 Prozent der Arbeitslosen eine neue Stelle innerhalb ihres Bundeslandes antreten würden.

Die Untersuchung wurde in diesem Jahr bereits zum vierten Mal durchgeführt. An der Internet-Befragung beteiligten sich mehr als 11 000 Stellensuchende aus Deutschland. Die Gesamtstudie wird Ende des Jahres 2006 veröffentlicht. (juh)

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