Im Dickicht der Jobbörsen

von Judit Hillemeyer
Freitag, 31. Juli 2009
Sowohl Arbeitgeber als auch Interessenten für Stellen sind mit der Struktur der Jobsuche im deutschsprachigen Internet unzufrieden.



Nutzer verlieren im Dickicht der Stellenanzeigen und Branchenportale den Überblick. Das sind die Haupterkenntnisse einer Studie der Software-Initiative Deutschland (SID) unter jeweils 250 Menschen, die im Internet entweder regelmäßig nach Jobs suchen oder dort entsprechende Angebote einstellen.

88 Prozent der Personalverantwortlichen beklagen, dass sie aus Zeitgründen ihre Anzeigen nicht bei allen potenziell interessanten Jobbörsen einstellen können. Umgekehrt haben 92 Prozent der Arbeitssuchenden Angst, trotz mühevoller Durchforstung aller ihnen bekannten Portale reizvolle Angebote zu übersehen.

"Das Problem ist schlicht die Masse an Jobportalen im deutschen Internet. Nimmt man alle Websites zusammen, die Stellenanzeigen veröffentlichen, kommen wir auf über 1 500", erklärt SID-Vorsitzender Helmut Blank. Das sei, selbst wenn man die ganz kleinen oder regionalen Anbieter weglässt, weder für Unternehmen noch für Interessenten zu überblicken.

Damit einher gehe eine Kostenexplosion für Personalsuchende. Wer auf allen gängigen Portalen inklusive branchenspezifischer Websites vertreten sein will, muss jedes Mal dafür zahlen. Befragte der Arbeitgeberseite sagen zu 77 Prozent, dass sie die Zahl der Seiten, auf denen sie Angebote einstellen, bereits reduziert haben, um Kosten zu sparen.

Laut Bundesagentur für Arbeit sind in Deutschland derzeit rund 500 000 freie Stellen unbesetzt. In manchen Branchen wird händeringend nach Fachkräften gesucht. Die Unübersichtlichkeit bei der Online-Jobsuche kann hierbei als eine Ursache gesehen werden. (juh)

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