Karrierechancen für Frauen "Die Männer bei Metro unterstützen den Wandel"

von Christiane Düthmann
Donnerstag, 02. Juli 2015
Veronika Pountcheva ist Managing Director bei Metro Cash+Carry Bulgarien.
Fedra
Veronika Pountcheva ist Managing Director bei Metro Cash+Carry Bulgarien.
Beim LZ Karrieretag in Frankfurt boten Brancheninsider aus Handel und Industrie den Studenten spannende Einblicke. Rund 300 Teilnehmer informierten sich bei dem Recruitingevent über Jobperspektiven in der Konsumgüterwirtschaft. Metro-Topmanagerin Veronika Pountcheva begeisterte das Auditorium mit ihrem Vortrag zu Karrierechancen für Frauen im Handel.
Frau Pountcheva, Metro Cash + Carry will mehr Frauen ins Management bringen. Wie kommen Sie voran?

Das ist ein fortlaufender Prozess, der in Westeuropa länger dauert als in Osteuropa. Während wir im Westen durchschnittlich erst 14,1 Prozent Frauen im Management haben, sind es im Osten schon 32,7 Prozent. Weltweit liegen wir im Konzern bei 21,7 Prozent. In zwei Jahren soll ein Viertel unserer Manager weiblich sein. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Thema in den nächsten Jahren eine noch viel größere Bedeutung bekommen wird.

Wie erklären Sie sich den Ost-West-Unterschied?

In Osteuropa sind berufstätige Frauen als Rollenmodell Normalität. Ich wurde in Sofia geboren. Meine Mutter und Großmutter haben immer gearbeitet. Zudem hat die Wirtschaft in Osteuropa das Potenzial von Frauen bereits viel früher erkannt und genutzt als im Westen.

Mit welchen Instrumenten fördern Sie weibliche Karrieren?

Entscheidend sind Mentoring und Networking. In den einzelnen Ländern gibt es unterschiedliche Initiativen. In Deutschland beispielsweise haben wir dazu das Netzwerk "Women in Trade" aufgesetzt, in das unternehmensweit inzwischen rund hundert Personen involviert sind. Darüber hinaus sind unsere Manager bis hinauf in den Vorstand als Mentoren aktiv. Auch eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert Frauen den Schritt ins Management. Extern gibt es das Netzwerk Lead, was für "Leading Executives Advancing Diversity" steht. Es setzt sich für mehr weibliche Führungskräfte bei europäischen Händlern und Lieferanten ein.

Wie wirkt sich der Prozess auf die Männer bei Metro aus?

Es ist es wichtig, dass diese Veränderungen von beiden Geschlechtern gemeinsam getragen werden. Viele Kollegen im Top-Management haben erkannt, dass mehr Vielfalt in ihren Teams zu besseren Ergebnissen führt und unterstützen den Wandel aktiv. Aber die Talent-Pipeline für Führungspositionen ist noch immer nicht ausreichend mit Frauen gefüllt.

Warum lohnt es sich für Nachwuchstalente, gerade bei Cash + Carry einzusteigen?

Das Geschäftsmodell richtet sich an viele verschiedene Kundengruppen. Deren jeweiligen Bedarf als Business Case zu verstehen, macht den Vertriebskanal für junge Leute interessant. Wir sind zudem nicht nur stationär aktiv, sondern haben in den vergangenen Jahren auch den Lieferservice nach vorne gebracht, der in Zukunft den Markt prägen wird.

(cd)

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