Der Dienstwagen als Sachlohn

von Judit Hillemeyer
Donnerstag, 13. Mai 2004
Statussymbole sind gefragt. Ein Dienstwagen ist für viele Arbeitnehmer ein Privileg. Er dient nicht nur als Arbeitsmittel, sondern drückt zugleich den Rang des Mitarbeiters und die Anerkennung des Arbeitgebers aus.



In Zeiten schwacher Konjunktur und kleiner Gehaltssprünge können Unternehmen durch die Bereitstellung eines Dienstwagens engagierten Mitarbeitern einen lukrativen Sachlohn bieten. Das Auto ist ein Leistungsanreiz für das mittlere und das Top-Management, der zunehmend von Arbeitgebern genutzt wird - geschätzter Zuwachs pro Jahr 6 bis 7 Prozent.

Welche organisatorischen, steuerlichen und bilanziellen Aspekte hierbei beachtet werden müssen, zeigt der "Ratgeber Dienstwagenmanagement", der vergangene Woche in Frankfurt vorgestellt wurde.

Herausgeber sind die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche GmbH und die VR-Leasing AG in Kooperation mit dem FAZ-Institut.

Der Ratgeber richtet sich an Mittelständler und Großunternehmen, die einen Fuhrpark besitzen oder ihren Mitarbeitern erstmals einen Dienstwagen zur Verfügung stellen wollen.

Ein Unternehmen müsse beim Dienstwagenmanagement sowohl die Motivationsfaktoren, als auch die organisatorischen und finanziellen Überlegungen unter einen Hut bringen. Leasing und Kauf von Fahrzeugen wirkten sich für den Arbeitgeber bilanziell und steuerlich unterschiedlich aus.

Steuerliche Aspekte berücksichtigen

Steuerlich gilt, dass Arbeitnehmer ihren geldwerten Vorteil aus der Dienstwagennutzung versteuern müssen, wenn sie das Fahrzeug unentgeltlich für private Zwecke nutzen.

Das Einkommensteuergesetz bestimme zwei Berechnungsmethoden, nach denen der geldwerte Vorteil ermittelt werden kann: nach der so genannten 1-Prozent-Regel (pauschale Nutzungswertermittlung) oder durch die Führung eines detaillierten Fahrtenbuches.

Hier müsse geprüft werden, welche dieser beiden Varianten für den Arbeitnehmer günstiger ist.

Insgesamt betrachtet, könnten Arbeitnehmer und Arbeitgeber durch die Gehaltserhöhung in PS gegenüber einer Barlohnerhöhung Steuern und Sozialversicherungsabgaben sparen.

Neben lohn- und umsatzsteuerlichen Aspekten beleuchtet der Ratgeber auch bilanzrechtliche Themen. Dazu gehört die Bilanzierung des Leasings beziehungsweise des darlehenfinanzierten Kaufs von Dienstwagen beim Arbeitgeber.

Erläutert werden das geltende Handels- und Steuerbilanzrecht sowie internationale Rechnungslegungsgrundsätze, die künftig nicht nur für kapitalmarktorientierte Unternehmen, sondern auch für Mittelständler von zunehmender Bedeutung sein werden.

Der "Ratgeber Dienstwagenmanagement" kostet 25 Euro und ist über das FAZ-Institut in Frankfurt zu beziehen. (juh)

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