Personalerbefragung Diversity ist kein Nischenthema mehr

von Christiane Düthmann
Donnerstag, 05. September 2013
Noch räumen erst 46 Prozent der Unternehmen dem Thema Diversity einen hohen oder sehr hohen Stellenwert ein. Doch doppelt so viele rechnen damit, dass seine Bedeutung in Zukunft deutlich steigt. Das zeigt eine Studie von Deloitte und der Universität Köln.
Von einem Nischenthema kann keine Rede mehr sein. Schon beinahe jedes zweite Unternehmen findet Vielfalt wichtig. Als "sehr groß" und "groß" beschreiben 46 Prozent der befragten HR-Experten den Stellenwert von Diversity-Management in ihrem Hause. "Mittelmäßig" sagt ein Drittel.

Als "gering" oder "sehr gering" beurteilen nur rund ein Viertel der Unternehmen die Bedeutung dieser Fragestellung, der Deloitte und die Universität Köln mit einer Erhebung auf den Grund gegangen sind. Passend dazu erwarten 92 Prozent, dass der Stellenwert von Diversity weiter steigen wird.

Über einen eigenen Diversity-Beauftragten verfügt rund ein Drittel der Unternehmen. In etwa der Hälfte der Fälle berichtet dieser an den Vorstand oder die Bereichsleitung. Die entsprechenden Abteilungen bestehen durchschnittlich seit drei Jahren und haben zwei Mitarbeiter. In der Personalstrategie sind Diversity-Ziele bei 57 Prozent verankert, in der Unternehmensstrategie bei 38 Prozent.

Gender hat die höchste Aufmerksamkeit

Wenn von Vielfalt die Rede ist, geht es meist um drei Ausprägungen: Geschlecht, Alter und Internationalität. Dabei hat das Thema Männer und Frauen fast überall die meiste Aufmerksamkeit. Drei Viertel der interviewten Personaler geben an, Ziele für Gender-Management zu haben. Bei Alters- und ethnischer Vielfalt sind es nur 45 beziehungsweise 38 Prozent.

Um zu einem ausgewogeneren Geschlechterverhältnis zu kommen, setzen die meisten auf Teilzeitverträge nach der Elternzeit und flexible Arbeitszeiten. "Größtenteils oder breit verfügbar" sind diese Maßnahmen bei etwa drei Vierteln beziehungsweise knapp 70 Prozent der Unternehmen.

Insgesamt seien "Instrumente mit finanzieller Zuwendung", wie Tagesstätten oder die Unterstützung für privaten Betreuung, deutlich weniger stark vertreten als solche "zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so die Autoren.

Job-Sharing ist noch wenig verbreitet

Home-Office-Angebote machen vier von zehn Befragten. Mentoring und Coaching bieten etwa 30 Prozent der Arbeitgeber weiblichen Führungs- und Nachwuchskräften. Auf eine interne Quotierung für Frauen in Führungspositionen setzt gut ein Viertel.

Betriebliche Kindertagesstätten gibt es bei mehr als 20 Prozent. Schlusslicht ist Job-Sharing für Manager, das nur 5 Prozent der Unternehmen in petto haben.

Beim Thema Alters-Diversity setzen sechs von zehn Betrieben auf ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze, gefolgt von Freizeit- und Sportangeboten, die bei mehr als der Hälfte "größtenteils oder breit verfügbar" sind.

Etwas weniger als 50 Prozent bieten Modelle zur Altersteilzeit. Flexible Arbeitszeiten für Ältere gibt es bei vier von zehn Unternehmen.

(cd)

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