Douglas knüpft soziales Netz

von Redaktion LZ
Freitag, 02. März 2012
LZnet. Soziale Medien sind für Douglas der ideale Draht zur Zielgruppe. Die Strategie trägt Früchte. Das Unternehmen landet in der groß angelegten einschlägigen Erhebung der FH Koblenz auf Platz 6.
Martin Zausinger freut sich über das gute Abschneiden seines Unternehmens: "Für uns hat Social Media einen hohen Stellenwert", sagt der Verantwortliche für Employer Branding bei Douglas. Mit diesem zusätzlichem Kanal will man über das Unternehmen informieren und die Arbeitsfelder "erlebbar machen". Insofern ist das Ganze für die Hagener kein Recruiting-, sondern ein Branding-Tool. "Das haben wir von Anfang an deutlichgemacht, damit sich keine falschen Erwartungshaltungen entwickeln."

Genau die richtige Herangehensweise, findet Prof. Christoph Beck von der FH Koblenz und Autor der Studie: "Social Media ist ein Personalmarketinginstrument, nicht in erster Linie ein Recruiting-Tool. Die Wahrscheinlichkeit, dass man über Twitter Stellen besetzen kann, ist eher gering."

Douglas will via Social Media "einerseits neue Leute erreichen, andererseits bestehende Bindungen festigen". Der Schwerpunkt liegt auf Facebook, denn: "Da bewegt sich die Zielgruppe." Beispiel Praktikanten: "Wenn wir ambitionierte Studenten im Haus hatten, halten wir über Facebook zu ihnen Kontakt", so Zausinger.

In den letzten zwei bis drei Jahren habe es einen "medialen Hype" um Social Media gegeben, der die Personalabteilungen unter Zugzwang setzte, beobachtet Beck. "Die Studie zeigt, dass die Realität diesem Hype noch nicht standhält." Es gebe etwa zwanzig Unternehmen, die sehr professionell auf mehr oder weniger allen Plattformen unterwegs sind. "Die breite Masse nähert sich diesem Thema noch."

Blinder Aktionismus bringt nichts

Vor allem Großkonzerne spielen bereits gekonnt auf der Social-Media-Klaviatur. DAX-Schwergewichte wie Telekom, Bayer und BASF führen das Ranking an. Umso erstaunlicher ist es für einen Player wie Douglas, in dieser Liga mitzuspielen. "Die haben eine der besten Facebookseiten, die ich kenne", lobt Beck. Der Auftritt sei "sehr professionell gestaltet".

Als größten Fehler, den Unternehmen beim Einstieg ins soziale Netz machen können, nennt der Experte Aktionismus. "Man legt einen Account an und meint, damit sei es getan." Weder Zielgruppe noch Zielsetzungen werden definiert. "Man braucht eine Strategie, bevor man startet", definiert Beck den wichtigsten Erfolgsfaktor.

Zahl der Fans ist zweitrangig

Dazu gehört auch Klarheit über die zu publizierenden Inhalte. "Ganz gleich, um welche Plattform es geht: Social Media lebt von Content." Man müsse "nicht möglichst viel, aber regelmäßig" posten. Dabei habe die Personalabteilung dafür zu sorgen, dass andere Unternehmensbereiche ebenfalls sichtbar sind.

Beck warnt zudem davor, die pure Zahl von Fans oder Followern überzubewerten. "Im Zweifel lieber klein, aber fein – und sehr zielgruppenbezogen", rät der Studienautor. Man müsse überdies nicht auf allen Kanälen gleichzeitig präsent sein. An erster Stelle stehen soziale Netzwerke, also vor allem Facebook." Douglas-Manager Zausinger rät Einsteigern vor allem dazu, "Augen und Ohren am Markt offen zu halten ." Vieles müsse man einfach ausprobieren. "Trial and Error gehört dazu."

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